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42.
Dem Reinen ist Alles rein.
Tim. 1, 15.
Unnennbarer Frieden, — Ruhe,
Wie sie keine Zunge preist,
Ucberströmt mich, wenn ich thuc,
Was mein Herz, was Gottes GeistLaut und leise thun mich heißt.
Ehr«, Wollust, Königreiche,
Glück nicht, Schatten seid ihr nur!
Wenn ich es mit dem vergleiche,
Was mein reines Herz erfuhr,
Folgte ich der Tugend Spur.
Trauen, glauben, lieben, dulden,
Helfen Jedem, den Gott schuf;
Gern verzeih'» des Bruders Schulden:
Dies ist himmlischer Beruf.
lEvoher die verschiedenen Urtheile über die Welt und die Men-schen? Fast jeder hat seine eigenen Ansichten; jeder sprichtanders davon. Sehr oft schon setzte mich diese Abweichung derMeinungen in Verwunderung, wenn ich mich in Gesprächenmit meinen Freunden über mir noch unbekannte Personen undVerhältnisse unterrichten, oder mich durch sie belehren wollre,wie ich mich in dieser oder jener Angelegenheit mit Klugheitbetragen sollte. Dieser munterte mich auf, sprach mir Muthein, wo ich Bedenklichkeit äußerte; Jener warnte mich mitvoller Aengstlichkeit, empfahl mir Vorsicht, und sprach mitdrohender Freundlichkeit: Aber du kennst die Menschen nicht!
Allerdings ist es mir als Christ nicht gleichgültig, in dieser fürmeine Handlungen höchstwichtigen Angelegenheit Heller zu sehen.Sind die Menschen in der That alle so verderbt, als sie vonstrengen Eiferern geschildert zu werden pflegen? oder sind siedoch im Ganzen so unverdorben, wie sie der gutmüthige, durch viel-fache Erfahrungen belehrte Greis und Menschenkenner darstellt?
Je länger ich darüber nachdenke, und je genauer ich michselbst und meine zu verschiedenen Zeiten über die Welt gefälltenUrtheile, oder auch die Urtheile anderer Menschen von ver-