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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Einsamkeit, und in dem geräuschvollen Alltagsleben. Dortkönnen wir uns freilich ohne große Mühe zur stillen Selbst-betrachtung sammeln; hier aber sind wir unaufhörlich durchGeschäfte, Arbeiten, Gespräche, Nachrichten und Sorgen vonhunderterlei Art in Anspruch genommen und zerstreut. Wiewäre es möglich, daß wir, die wir so beschränkte Wesen sind,in der Mitte von zusammendrängenden Umständen, welchen wirAufmerksamkeit widmen müssen, gleiche Inbrunst und Erhebungdes Gemüthes haben sollten, als wie wenn wir uns in tieferEinsamkeit selbst überlasten sind? Alles hat seine Zeit, der Ge-danke an Gott, wie der Gedanke an die Geschäfte und Bedürf-nisse des irdischen Lebens; das Gebet, wie die Arbeit. Beständigarbeiten, nie Gottes gedenken, heißt zum Thier werden; beständigbeten, nie arbeiten, heißt zum unnützen Träumer und lieblosenMüßiggänger werden. Bete und arbeite! befiehlt Gottes Wort.Ein beständiger Beter vernichtet durch sein träges, thatenlosesLeben, was er in seinen Gebeten aut macken wollte.

Es ist also nicht als Lauheit und sündlicher Wankelmuthgegen Gott anzusehen, wenn wir nicht jeden Augenblick, wowir cs wünschen, im Stande sind, lebhafte Gefühle der In-brunst und Andacht in uns zu erneuern. Denn die größere odergeringere Stärke gewisser Empfindungen ist mehr abhängig vomZustande des Körpers als von unserm geistigen Willen. Esist nicht als Lauheit und sündlicher Wankelmuth gegen Gottanzusehen, wenn wir uns nicht, sobald wir es wünschen,plötzlich alle erhabenen Vorstellungen von Gott und göttlichenDingen vergegenwärtigen können, die wir sonst hatten. Dennauch unser Gedächtniß sogar hängt mehr oder weniger vonkörperlichen Zuständen ab; unter zerstreuenden Verhältnissendes Lebens ist auch der stärkste Geist nicht fähig, sich so voll-kommen zu sammeln, als er es in der Einsamkeit oder in anderngünstigen Umständen vermag.

Nach allem diesem wird die Beantwortung der Frage schoneinfacher: Wie kann ich mir meine guten Vorsitze und Ent-schließungen und meine frommen Gefühle vergegenwärtigen,daß ich nicht lau werde? Ich kann es m Rücksicht der Gefühle,