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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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men Gefühle immer vergegenwärtigen, daß ichnicht lau werde?

Es ist die richtige Antwort auf diese Frage äußerst wichtigfür mein äußeres Leben in der Welt. Denn was nützt mirmeine Frömmigkeit, wenn sie nicht anhaltend ist? Was meinGlaube an Gott, wenn ich ihm so oft abtrünnig werde?Sie ist wichtig für mein inneres Leben. Denn quälend ist csallerdings, wenn man in sich einen ewigen Wechsel der Grund-sätze gewahr wird, und wie man sich niemals gleich breibr;heute voll Inbrunst gegen Gott, morgen gleichgültig, heutezerknirschten, morgen gleichgültigen Herzens.

Um aber richtig antworten zu können, muß ich schlechter-dings zurücksehen auf die wahren Quellen meiner Veränderlich-keit in religiösen Angelegenheiten. Diese Quellen liegen theilsin mir, theils in meinen Umgebungen. Sie liegenin mir, und zwar in der Natur meiner Gefühle und niemerGedanken. Es ist selbst zwischen diesen ein großer Unterschied.Alle Gefühle, der Freude und des Schmerzes, der Hoffnungund der Furcht, oder welchen Namen sie haben mögen, sindunbeständig und ihrer Natur nach von keiner anhaltendenDauer. Muß doch endlich selbst der größte Schmerz um geliebteVerstorbene verschwinden mit der Zeit; warum nicht manchesAndere, minder heftige Gefühl? Ja, es ist gewiß, daß einelebhafte Aufwallung der Empfindungen nie lange in gleicherStärke dauert, und daß der Mensch nicht fähig wäre, sieununterbrochen zu ertragen.

Gedanken kann sich der Mensch zu jeder Zeit schnell zurück-rufen, ohne große Mühe; aber Gefühle kann er nicht plötzlichdurch den bloßen Willen in sich erneuern; und wenn er eskönnte, würde solche erkünstelte Freude, erkünstelte Liebe, er-künstelte Andacht keine wahre Freude, Liebe und Andacht sein.Der Gedanke ist mehr eine Handlung des Geistes, der in unslebt; das Gefühl aber hängt mehr von der jeweiligen Stimmungund Reizbarkeit unserer Nerven, und von äußern oder innernEreignissen ab, welche ungewöhnlich auf sie wirken. Dahergibt es wohl feste Grundsätze, denn sie beruhen auf Ueber-