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zu dem Vater im Himmel aufzublicken wagte, dessen ich so langevergessen hatte.
Oft nahm ich mir vor, diesen ungewissen Zustand meinerFrömmigkeit abzuändern, und ihn dadurch fester zu machen,daß ich fleißiger die Kirche besuchte und regelmäßig mich antägliche Gebete zu gewissen Stunden gewöhnen wollte. Alleinzuletzt ward mir, auch wenn ich meinem Vorsatz treu blieb, dieKirche, wie das Gebet, zur kalten Gewohnheit; ich konnte michder Gleichgültigkeit gegen das Alltäglichgewordene keineswegserwehren; mein Kirchenbesuch ward eine unnütze Außensache,ein todter Gebrauch; mein Gebet ward ein bloßes Wörter-machen ohne Begeisterung, ohne Andacht. Ich fand endlich selbst,dies könne keine wahre Gottesverehrung genannt werden; undes sei besser, dergleichen zu unterlassen, als unwürdig in denTempel des Herrn und zu seinem Altar zu treten; besser, nichtzu beten, als unwürdig zu beten. Und dies währte, bis ichwieder umkehren und meine Zuflucht zu Gott nehmen konntemit tiefster Inbrunst. Dann rief ich mit David: Sende DeinLicht und Deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zuDeinen heiligen Bergen und zu Deiner Wohnung. Daß ichhineingehe zu dem Altar Gottes, zu dem Gott, der meineFreude und Wonne ist, und Dir, Gott, auf der Harfe danke,mein Gott! (Ps. 43, 3, 4.)
Ich darf nicht zweifeln, daß es vielen andern Menschengeht, wie mir; daß sich Viele über diese Unbeständigkeit derGesinnungen betrüben, wie ich mich betrübt habe; daß Vielefürchten, eben dadurch von der Gnade Gottes ausgeschlossen zuwerden. Andere hingegen werden dies ganz gleichgültig finden,wohl gar lächerlich, daß man sich deswegen mit Vorwürfenpeinige. Ihre Religion gehört zu den oberflächlichen Halb-religionen, in denen sie sich es bequem machen, bis ein er-schütternder Schlag des Schicksals, wenn ihr Glück wankt undstürzt, wenn Alles sie verläßt, ihnen den Gedanken: Gottund Ewigkeit, bedeutungsvoller macht.
Was habe ich aber zu thun? Wie kann ich mir meineguten Vorsätze und Entschließungen, meine fr om-