Die Vergegenwärtigung frommer Gefühleund Gedanken.
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Laß mich im HeiligthumDich/ Allgegenwärtiger/
Stets suchen und finden!-
Und er ist nun entfloh'«/
Dieser Gedanke der Ewigkeit-Laß mich/ ihn tief anbetend/
Äon den Chören der SeraphimIhn mit lauten Thränen der FreudeHerunterrufen!
Damit ich Dich zu schauenMich bereite / mich weihe/
Dich zu schauenIn dem Allcrhciligstcn!
lDehr oft ist mir begegnet, daß Tage und Wochen kamen, indenen in mehr zur Frömmigkeit gestimmt war und zu heiligenGesinnungen, als in andern Zeiten. Dann kamen wiederStunden, ja Monate, wo ich weniger an Gott dachte, wenigeran göttliche Dinge; weniger betete, noch beten mochte. Ichhabe den größten Theil meines Lebens in diesem schwankendenZustande meines Gemüthes zugebracht. Ich bin mir in meinenGesinnungen nie gleich geblieben; mein inneres Leben warbeständig zwischen guten Entschlüssen und Schmerzen der Reuegetheilt; zwischen Andacht und Zerstreuung; zwischen Frömmig-keit und Leichtsinn.
Dies war freilich gegen meine eigenen Wünsche; dennochkonnte ich es nicht ändern. Ich machte mir selbst oft bittereVorwürfe in den Stunden der einsamen Ueberlegung, und schaltmeinen Wankelmuth. Bald hielt ich diesen für eine verzeih-liche Schwäche, bald für eine Wirkung des mir inwohnendennatürlichen Verderbens. Es ist oft geschehen, wenn ich, nachlanger Entfernung von frommen Empfindungen, durch einenäußern Umstand wieder gereizt ward, ernster an Gott undEwigkeit zu denken, daß ich, tief beschämt, kaum im Geiste