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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
374
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nur ihre eigene Verstandesverworrenheit und Verbildung an-zuklagcn hätten.

Nicht daß ich hiermit die Werke unserer Dichter tadelnwollte; aber der Mißbrauch derselben durch die uncrfahrneJugend und die Fahrlässigkeit und Gleichgültigkeit der Aelternund Erzieher ist dabei zu tadeln. Denn was geistvolle Männerzur Erholung des Gemüthes gedacht und geschrieben, soll keineHauptbeschäftigung der Jugend sein; und der reizende Lecker-bisse».! darf nie die Stelle der stärkenden Nahrung vertreten.

Jüngling, ich spreche von deiner Zukunft, von demGlück deü'ies ganzen Lebens, von der Wahl deines Standesund Berufe»?. Dir mehr, als jedem Andern, ist an deinemeigenen Loose gelegen. Erwäge ernstvoll, in welche bürgerlicheLaufbahn du für die ganze Lebenszeit eintreten willst. Zurück-treten ist nicht mehr leicht, oft unmöglich.

Wähle nicht aus Stolz oder Eitelkeit, und mit alberner.Leichtfertiger Erwartung der Glücksgunst, dein künftiges Lebens-geschäft: sondern prüfe, wozu du am geschicktesten bist, undworin du einst etwas Ausgezeichnetes leisten könntest. Aber be-denke zugleich, ob du auch die äußern Hilfsmittel hast,die erforderlich sind, um dir in der Laufbahn, die du dir wünschest,fortzuhelfen. Wähle nie aus Stolz und Eitelkeit, sondern inder Ueberzeugung, daß du da deine Anlagen, die du von Gottempfingst, auf das Nützlichste für Andere anwenden kannst.Siche nicht allein auf Ehre, auf leichten Erwerb; sondernauf sichern Erwerb, und auf die Gew.f.-eit, daß du deinemStande Ehre bringen werdest. Wahrlich, jeder Stand ist ehren-voll, wenn du der Mann bist, durch Kenntniß und Fleiß undGeschicklichkeit die darin liegende Ehre hervvrzuheben. Wähle,aber mit Umsicht und Rücksicht auf die Menge derjenigenPersonen, welche sich der gleichen Berufsart widmen, und mitdenen allen du in den Weltkampf treten mußt. Was hast duvor ihnen voraus?

Wähle, aber denke daran, daß ein weiser Mensch in jederLage des Lebens, auf jeder Stelle, sie sei hoch oder niedrig,auf seinem rechten Platze steht. Denke, daß es besser sei, der