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den Verstand einwirke; daß er sich selbst hüte, nicht die Ein-bildungskraft der Jugend, die ohnedem bald thätig ist, allzu-lebhaft zu reizen; daß er sich kein Verdienst daraus mache, durch' rührende Reden Gefühle zu erregen und Herzen zu erschüttern,sondern die Anregung frommer und schöner Empfindungen nurzu Nebenmitteln gebrauche, die vom Verstand ergriffene Lehreschöner, liebenswürdiger und dem gesammten menschlichenWesen verwandter zu machen.
Prediger, Aeltern, Lehrer, Erzieher, die dieses versäumten,und mehr darauf ausgingen, die Jugend zu rühren, als zubelehren, haben leider gegen ihre Absicht oft den fürchterlichstenSchaden gestiftet. Verschwinden die Rührungen und Spieleder Einbildungskraft, dann treten die Zweifel des erwachendenVerstandes ein. Die Erfahrung bezeugt es hundertfältig, daßIrreligiöse, daß selbst sein wollende Gottesläugner (denn wahr-hafte Gottesläugner hat es noch nie gegeben) in ihrer Jugenddie eifrigsten Schwärmer waren. Die Erfahrung bestätigt esnoch überall, daß da, wo der größte Aberglaube wohnt, auchdie ärgsten Neligionsspötter zu finden sind.
Was heißt nun Gott und Jesum lieben? DieseFrage, welche mir so leicht beantwortlich schien, ist es nunnia-t mehr, je länger ich über ihren Sinn nachdenke. Er ist einGeist! Mißtrauisch gegen die Einmischung und die Gewaltirdischer Empfindungen soll ich ihn, als Geist, geistig lieben.
Und was ist nun die reine Liebe zu Gott? —Das ist dieLiebe zu Gott (so spricht Gottes Wort), daß wir seineGebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. (1. Jo-hannis 5, 3.)
Und was ist nun die wahre und reine Liebe zu Jesu? Höretdie Worte Jesu selbst! Er spricht: Wer michliebet, derwirdmeinWort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wirwerden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. (Joh.14, 23.) Und Jesu Wort, die Hauptsumme seiner ganzenLehre, ist: Du sollst Gott über Alles, deinen Nächsten wie dichselbst lieben. Du sollst vollkommen sein, gleich wie dein Vaterim Himmel vollkommen ist! (Matth. 5, 48.)
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