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Seufzen und Betrachten: sondern er betete im freie» Felde, aufder Reise wie im Tempel; ein Gedanke an den Allmächtigen galtihm schon den: Gebete gleich; er sann jeden Augenblick nach:was ist jetzt noch, was ich zum Besten meiner Brüder auf Erdenthun könnte? und that es.
Was aber die Einmischungen der Gefühle und Empfindungenin die Religion am gefährlichsten macht, ist, daß ihr Uebermaßnicht nur zur unfruchtbaren Schwärmerei, zum thörichten Aber-glauben verleitet, sondern sogar — wer sollte es glauben? —zur Jrreligion und Verachtung der Religion!
Denn da lebhafte und überspannte Gefühle ihrer eigenenNatur nach nicht von Dauer sein können, geschieht es oft, daßMenschen, die daraus sonst die Hauptsache ihrer Frömmigkeitmachten, endlich erkalten und zum ruhigen Nachdenken über/gehen. Dann finden sie selbst, daß ihre ehemaligen Empfin^MM-gen übertrieben, ihre Vorstellungen ohne Ordnung und NfHrheirzweien. Sie finden den. Zustand, in welchem sie damals waren«den Begriffen einer gesunden Vernunft nicht ar.gemeffen, oft-sogar lächerlich. Sie schämen sich desselben. Sie fassen Argwohn,«egen alles Andere, was in religiöser Hinsicht damit zusammenhina; ihnen wird selbst das verdächtig, was an sich selbst ewigehrwürdig ist. Sie wollen sich von dem, was sie Vorurtheilund falsches Erziehungswerk nannten, frei machen, und ganz zuihrer eigenen Kraft zurückkchren, und werfen mit den Fesselndes Irrglaubens, der Schwärmerei und des Aberglaubens auchdie Stützen hinweg, welche die Religion Jesu dem menschlichenGeiste in seiner Unvollkommenheit gewährt. Sie nehmen sichvor, Alles besser zu prüfen, fangen ihr Werk damit an, Alleszu verwerfen, um dann desto leichter sich der Wahrheit wiederzu bemächtigen. Aber bald gebricht ihnen Zeit, bald Kraft fürdie nöthigen Untersuchungen, und sie stehen da im Labyrinthvoll Zweifel, ohne Religion, und ihr geistiges Elend mit demfalschen Flitterwerk sein sollender Aufklärung verhüllend.
Darum ist es gleich beim ersten ReligionsunterrichtJugend eine der wichtigsten Angelegenheiten des Stessorgers,daß er, indem er das Herz zum Guten erweck",, vorzüglich aus