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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Nicht also in bloßen Andachtsübungen,'in frommen Gebeten,in Beobachtung religiöser Gebräuche, in sehnsuchtvollen Gefühlen,drückt sich die reine Liebe zu Gott und Jesu auS, sondern inNachahmung Jesu und in Aehnlichwerden der Gottheit.

ES ist eine Unmöglichkeit, daß wir das unsichtbare, höchsteWesen mit irdischer Liebe, wie einen Menschen, lieben undgeschieht eS, so stehen wir in Gefahr, unS in Empfindeleien,in Träumen der Einbildungskraft zu verlieren. Wir sollen Gottdurch daS Streben unserer Seele lieben, ihm näher zu kommen,ihm ähnlicher zu sein. Oer höchste Grad der Liebe ist die Sehn-sucht zur innigsten Verbindung und Vereinigung mit dem »e-liebten Gegenstände. So sei denn mein Streben auch nur Ver-bindung, Vereinigung mit Gott. Vereinigung mit der Gottheitaber ist nichts Anderes, als daß ich mich durch Jesu Wortund Lehre vergöttliche, daß ich in meinem ganzen Wesen voll-kommen werde, göttlich-wohlthätig wolle, göttlich-wohlthätigdenke, göttlich-wohlthätig handle.

Indern ich ganz im Sinn Gottes lebe und wirke, löset sichmein Geist in der Gottheit auf; ich bin der Gottheit Werkzeugzur Beglückung der Menschen auf Erden; ich bin, ich werdeJesu Bruder, der mich Bruder nannte; ich werde Gottes Kindsein.

DieS ist die Liebe zu Gott, wie sie sein soll, wie sie Jesi«swollte. Sie ist nicht ein leeres Gefühl, sondern selbstbeseligendesHandeln.

Inzwischen wir sind Menschen Geist und Körper wirkenjederzeit in inniger Verbindung. Wir können uns und sollenuns schöner Aufwallungen deS Gemüths nicht bei den Erinnerungen an Gott erwehren. Gfeühle sind nur schädlich in der Re-ligion, wenn wir auS ihnen die Hauptsache machen, und dieThaten vergessen, welche Gott gebot. Gefühle sind, wenn wiruns ihnen nicht ganz allein hingeben, die wirksamsten Mitte!zur Erhebung unsers bessern Selbstes, zur Stärkung unsersGemüthes im Guten. Oer Mensch würde in träger Gleich-gültigkeit verderben, und stille stehen auf der Bahn der Voss