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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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kindliche Einfalt und Unschuld bewahrten, ist selbst den rohenVölkern, denen nie das Wort Jesu erscholl, ein Heiligthum.Was muß es dem weisen Menschen, dem Christen sein! Lassetes uns gegen die Klügeleien des Lasters, gegen die Frechheit desZeitalters als ein Kleinod, das Gott gegeben, bewahren; wirwerden dadurch Hüter der häuslichen Glückseligkeit, Hüter desöffentlichen Wohlstandes, des Friedens und der Kraft unsersVaterlandes. Kennt hienieden der Christ als Bürger einenerhabenem Beruf?

Die ersten Pfeile der Zerstörung gegen die Unschuld sindgegen die Wächtrrin derselben gerichtet. Ist erst die Scham-haftigkeit gewichen, dann hat die Sünde offene Straße zumunvertheidigtcn Herzen gefunden.

Am häufigsten wird bei dem weiblichen Geschlecht die edelsteder Empfindungen durch Eitelkeit und Modesucht, wo nicht unter-drückt doch geschwächt. Eben das Weib ist es, welches durch daszartere Gefühl des Anständigen des Mannes rohen Sinn leitenund bilden soll. Das Weib ist es, welches ihm die heilige Scheuvor jeder Frechheit, die Ehrfurcht vor Sittsamkeit und Unschuld,cinflößen soll. Wenn aber die Jungfrau selbst dem zarten Sinnfremd geworden, und durch die Sorglosigkeit, oft Schamlosigkeitihres Aeußern einen Ruhm darin sucht, thierische Begierden zuentzünden; wenn selbst der Mann Ekel fühl- vor der unsittlichenGestalt, die nur dem verworfenen Wüstling gefallen mag: dannscheint das natürliche Verhältniß in beiden Geschlechtern sich um-gekehrt zu haben, und die reizendste der Tugenden, die Mutteraller Anmuth, sucht vergebens ein Obdach bei denen, welche ihreersten Priesterinnen sein sollten.

Die Religion verwirft nicht den Hang des Menschen zuäußerer Verschönerung, oder die Erhebung der von der Naturverliehenen Reize durch sorgfältigere Bekleidung. Das Strebenzu gefallen ist dem Menschen angeboren; dadurch bahnen sich dieersten Verbindungen der Herzen an. Aber nicht alle Mittel sindunschuldig; und cs ist nicht gleichgültig, wem man zu gefallenstrebt, ob dem feinfühlenden Edcln, oder dem lüsternen Augedes Verdorbenen. Die Mode scheint manches zu heiligen, sei es