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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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347
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347

37.

Die Schamhaftigkeit.

Z w e i t e B e t r a ch t u ii g.

Matth. 5 , 28.

Ach/ wenn / die unser jetzt sich frcu'N/

Mit Thräncn auf uns schauten/

Ünd seufzten: Auch sie waren rein/

Eh' sie dem Lasier trauten!

Wie waren sie so gut und froh!

Doch ihrer Unschuld Engel floh/

Des Schämens hcil'ge Rothe.

Wie elend wären wir! BeflecktDas nagende Gewissen;

Des Lebens kurzer Rest bedeckt

Mit Schande! Hingerissen

Von Schuld zu Schuld/ uns selbst verhaßt/

Die Erde eine schnöde Last/

Vor Gottes Blick verworfen!

O Gott/ Erbarmer/ rette DuDie Unschuld unsrer Herzen;

Laß nie uns unsrer Seelen Nnh/

Nie Sittsamkcil verscherzen!

Nur wer in holder Reinheit strahlt/

Wer nie der Wollust Opfer zahlt/

Nur der darf, Gott, Dich schauen!

Aott hat in unser Herz ein feines Gefühl des Anständigen undEhrbaren gelegt, welches gleichsam die Schutzwehr unserer Un-schuld und Ehre ist gegen die Verführungen sinnlicher Triebe.

Wir sind vieler andern Leidenschaften fähig, und doch gab«ns die Hand der Natur gegen keine, als gegen die thierischeWollust, einen so unmittelbaren Beistand. Diese schien also diegefahrvollste und verderblichste für uns zu sein. Und sie ist es!Denn sie zerstört die edelsten Kräfte des Leibes; sie vergiftet unserBlut, unsere Nerven, und schwächt für dieses ganze Leben denGeist, indem sie dessen Werkzeug, den Körper, zerrüttet. Siesetzt uns, indem sie den Geschlechtstrieb verwildert, ganz hinabin den Rang der Thiere, und macht uns zu allem Großen undEdeln ferner unfähig. Der Wollüstling ist das ekelhafteste derGeschöpfe er ist Thier. Selbst das, was er noch Gutes an