Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

346

Und Du, o heiliger Schöpfer, Vater im Himmel, der DuLiese zarte Empfindung in meine Brust senktest laß sie un-aufhörlich in mir wirksam sein. Ich will mir keinen Gedanken,keinen Wunsch, keine Neigung erlauben, welche mich erröthenmacht. Denn, wenn auch Menschen nicht wahrnehmen, wasim Innern meines Herzens vorgeht Allwissender, Du, derdas Geheimniß meiner Vorstellungen durchschaut, müßte ichnicht vor Dir erröthen, auch wenn mich die finstere Nachtverhüllte? Wohin sollte ich mich verbergen, daß Du mich nichtsähest? Sind nicht auch Gedanken schon Thaten? Besudelnnicht auch-on unreine Begierden das Gemüth? Ist nicht auchschon durch schuldvolle Wünsche, die der Mund nie aussprach,aber der Geist dachte, das Kleinod der Unschuld entweiht?

Heiliger Gott, belebe mich mit Deinem heiligen Geist, daßich ernst über mich selbst wache, und Dir ewig ein reines Herzzum Opfer bringen könne! Amen.