lloren, und nicht mehr vor einer unlautern Handlung, geschweigevor einem unreinen Gedanken, errölhen kann, wird der Gegen-stand der Verachtung von seinem eigenen Geschlecht, und desHohnes der Männer. Es hat seine edelste Bestimmung ver-nichtet ; es kann in seinen Verirrungen noch körperlich schön sein,aber cs hat aufgehört, liebenswürdig zu sein. Es kann des" Wüstlings rohe Triebe erregen, aber nicht mehr das Herz desrdeln und zartfühlenden Mannes rühren. Es hat sich selbstweggeworfen, darum wird es mit Recht von den Bessern ver-worfen, oder bemitleidet.
Alles, was den Keim der Tugend zerstören kann. Alles,was der Sinnlichkeit und den daraus entquellenden sündlichenNeigungen das Uebcrgewicht verleihen kann, steht im Wider-spruch nur der Religion Jesu. So ist dem edeln Christen, welä>emGott und Ewigkeit noch nicht gleichgültige Namen sind, auchDie Vermeidung des geringsten Anlasses zur sittlichen UnordmmgPflicht.
Nicht der äußere Schmuck, nicht Haarflechten, nicht Gold-umhängen, oder die Art, wie Kleider angelegt werden, sondernsie Unbescholtenheit des Herzens, der sanfte, stille Geist, dasist köstlich vor Gott. (1. Petr. 3, 3. 4.)
Die Religion verbietet uns nicht, auch das Irdische zuschmücken, und sich äußerer Mittel zu bedienen, um der Men-schen Wohlwollen zu gewinnen. Durch äußere Schönheit wirdder Mensch unvermerkt zum Gefallen an innerer Schönheit, zurLiebe des Elleln, Gerechten und Sanften in Handlungen über-geleitet. Aber die Religion Jesu untersagt, was durch die Artder Bekleidung und des Schmucks zu unanständigen Gemüths-bewegungen reizt.
Der herrschende Geschmack in der Bekleidung, oder dieMode, mag immerhin auch zu thörichten Verirrungen leiten,welche die Anmuth der Gestalt mehr entstellen, als erheben. DieWandelbarkeit dieses Geschmacks macht seine Fehlerhaftigkeit oftunschädlich, und Viele verachten in Kurzem als widersinnig undhäßlich, was sie vor wenigen Wochen bewunderten. Es kannsogar Pflicht sein, in der bürgerlichen Gesellschaft sich nicht mit