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Eigensinn von dem üblichen Gebrauch der Bekleidungsart zuentfernen; es kann die Klugheit gebieten, daß wir uns nicht inunfern Gewändern auffallend von dem Gewohnten auszeichnen;cs kann eben so tadelnswürdig sein, sich durch veralteten Geschmackauffallend zu machen, als durch immer neue Veränderungen des-selben das erste Aufsehen zu erregen: aber jederzeit soll dieser, Geschmack, welcher er auch sei, nicht durch unzüchtige Entblößungenanstößig oder der Gesundheit des Körpers gefährlich werden.
Mag auch die Modesucht endlich das Unanständige billigen;mögen auch die Sittsamsten des weiblichen Geschlechts, ohneselbst Arges zu wollen oder zu denken, ihren vorangehendenSchwestern nachahmen, welche, ohne feincrn Sinn, nur üppigdurch das Schautragen ihrer körperlichen Reize sinnliches Wohl-gefallen zu erregen gedenken: es ist nicht genug, unschuldigzu sein, man soll auch die Unschuld Anderer ehren, und demWollüstling keinen Beifall entlocken. Meidet allen bösenSchein! ruft das göttliche Wort uns zu. (1. Thess. 5, 22.)
Auch nur die leiseste Verletzung der Schamhaftigkeit ist immer-dar— eine Verletzung! Unmerklich zieht der erste Schritt denzweiten herbei. Unmcrklich erweckt die wollüstige Entblößung un-reine Empfindungen, und führt Augenblicke herbei, welche dieUnschuld in Gefahr bringen. Das Weib, welches in unzüchtigerEnthüllung sich den Augen der Männer darstellt, berechtigt diese -zu harten Urtheilen, und fordert den Verdorbenen auf, cs alseine Verdorbene anzusehen. Es vergiftet durch seine Ucppigkeitdes Aeußern den reinen Sinn des Unschuldigem, und zeugtVerderben, an welchem es keinen Theil zu haben wähnt.
Nicht die Modesucht allein ist die Mörderin der Sittsamkeit,dieser schönsten Zierde der Schönheit, sondern oft auch dieFreude, wenn sie in einen zügellosen Taumelentartet.
Daher sind gute und weise Menschen mit Recht in der Wahlihrer Vergnügungen behutsam, denn der gute Engel weint oft überuns, wenn unser Herz sich am unbefangensten den Ergötzungenüberläßt. Nicht Kummer und Verzweifelung, nicht Elend undArmuth sind der Unschuld so gefahrvoll, als die Freude, wenn