enttäuscht — die Schmach der Entehrung überfällt ihn! —Was bleibt ihm? — Eines Kerkers dumpfe Nacht — das vontausend Zeugen umgebene, schauerliche Blutgerüst — ein ent-setzlicher Entschluß — Vernichtung — Selbstmord!-Er
stürzt! Gott richtet.
Eine Sünde ist der andern Mutter, und derSünden Sold istder, Tod! — Ernste Stimme der Wahr-heit, wie tief erschütterst du das Innerste meines Herzens!Wer kann dich verläugnen, dich hinwegschcrzen? O, wieMancher, der meinte, er stehe sicher, ist gefallen! Denn derGottlosen Weg ist wie Dunkel; und sic wissen nicht, wo siefallen.
Gott, o Richter der Sünder! Du selbst legtest zum Lasterdas rächende Verderben, daß der Sterbliche davor erzittere,und die verlorne Unschuld seines Gcmüthes wieder suche. UndDu enthüllest die Verbrechen, lägen sie auch unter Bergenverschüttet, und in den Gräbern der Todten versenkt — Duenthüllest sie, daß wir in dem Beispiel des UntergegangenenWarnung lernen und Weisheit.
Weisheit, göttliche Weisheit, sei du meine Stärke, meinStolz, mein höchstes Gut! Nur durch dich bin ich Gott ge-fällig , dem Menschen dauerhaft theuer und mir selbst achtungs-würdig. Nie, das forderst du, nie soll mir auch der kleinstemeiner Fehler geringschätzig sein, und selbst Schwachheitenmeines Herzens, welche mir von andern Menschen übersehenwerden, will ich nicht mit gleichgültigem Blick übersehen. Imersten Hang zu einer verbotenen That liegt der Keim meinesVerderbens und Todes. — Ich will es mir oft wiederholen:Eine Sünde ist der andern Mutter! Amen.
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