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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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ja zum Zweck. Der Aermere ist wenig geachtet, darum haßtder Ehrbegierige die schuldlose Armuth an sich selbst wie eineSünde. Er will es Allen gleich thun; er stürzt sich in Aus-gaben, die seine Kräfte übersteigen; er wird Verschwender,um seine Schulden durch glückliche Stunden im Spiel oderdurch Betrügereien zu lösen. Sieht er Personen höher«Ranges, er schämt sich seiner Herkunft; er möchte ihnen gleichsem: er kann Vater und Mutter verläugnen, und sich seinerGeschwister schämen.

Lange behauptet er sein künstliches Spiel. Er macht Auf-wand; er glänzt; die Welt glaubt ihm; sein Zweck ist erreicht.Aber hochmülhige Unwirthschaftlichkcit zerrüttet sein Vermögen;die Gläubiger mahnen, die Verlegenheit steigt. Er weiß sichmit Gewandtheit für den Augenblick zu retten. Er zreift an-vertraute Gelder an, eignet sich fremdes Gut zu; hofft unterqlücklichern Umständen Alles ersetzen, oder das Verbrecheneinem Andern ausbürdcn zu können. Aber die erwartete Gunstdes Glücks will nicht kommen. Es wird finsterer. Oft hat denLügner das Gedächlniß verlassen, und das Zutrauen der Leutebeginnt zu schwinden. Man beobachtet ihn schärfer. Er wirdcs mit Entsetzen gewahr. Sein Gewissen wird laut. Aber wieändern, wie bessern? Aller Wille zur Tugend bezahlt nichtdas verschleuderte, fremde Gut, alle Reue im Stillen söhntden Verdacht der Menschen nicht aus. Es bedarf nur einesunerwarteten Lichtstrahls, und alle seine schwarzen Thaten sindhell vor der Welt. Er wird sorgenvoller; bleich und düsterschleicht er umher. Angst vor Schande zermalmt ihn noch mehr,als Reue seiner Schlechtigkeit. Er versucht die letzten , ver-zweiflungsvollen Mittel, sich zu retten ein Diebstahl, einMeuchelmord, ein Betrug, eine gräßliche Falschheit wennes nur rettet, er wird es mit Todesangst wählen. Immerenger, immer tiefer verwickelt er sich in dem Gewebe seiner Ver-brechen ; immer ferner stehen die Menschen; immer schwärzerund riesenhafter die Gefahren vor ihm; sie verrammeln jedeAussicht in die Zukunft. Noch ein Tag, noch eine Stunde,noch ein Augenblick, und Alles wird offenbar die Welt ist