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Vorsicht in der Wahl der Freunde.
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Der Freund theilt Alles, Lust und Leid,
Zn inniger Vertraulichkeit;
Und Jedes Zärtlichkeit versüßtDem Andern, was ihm schmerzlich ist.
Und schiede Gott auch Freund von Freund,
Die Herzen bleiben doch vereintDurch treue Liebe, treuen Rath,
Und, wo wir können, durch die That.
Vollenden wir den Pilgcrlauf,
So nimmt uns dann ein Himmel auf;
Unendlich ist die Seligkeit,
Die treue Seelen dort erfreut.
Unter guten, gefühlvollen Menschen hört man oft die leiseKlage über den Mangel an wahrer Freundschaft, und selbstÄber den Mangel des Sinns für dieselbe. Wie? sind nicht derBeispiele treuer Freundschaft genug zu finden, sowohl imAlter-Hum, als in neuern Zeiten? Haben nicht alle Menschen mehroder weniger das Bedürfnis;, zu lieben und geliebt zu werden?.Ist nicht der Name eines Freundes noch immer ein Ehrenname,mit welchem wir die uns angenehmsten und theuersten Personenbelegen?
Ja, noch ist Freundschaft auf Erden, wahre Freundschaft,sowohl unter den Guten und Edcln, als selbst unter den Rohernund Verderbteren im Volke. Man fand die Gesinnungen treuer,gegenseitiger Freundschaft selbst da, wo man so zarte Gefühlekaum erwarten konnte — unter Bösewichtcrn, welche eine un-unterbrochene Anhänglichkeit zu einander bis zur Stunde ihresTodes behielten.
Denn was ist ohne Freundschaft das Leben? — Eine leereWüste, durch welche der Sterbliche einsam hinwandert, wo ihmnichts gehört, nichts auf seine Lust, auf seinen Schmerz achtet,wo er zwar Menschengestalten erblickt, ihm ähnlich, aber diekalt an ihm vorübergehen, als wären sie Bürger einer andernWelt, die mit ihm nichts gemein haben.