Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
316
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weil es im Irdischen dasjenige ist, was mit den Forderungenmeines Geistes am lebhaftesten übereinstimmt. Ich will es mmeinem häuslichen Leben über alle Gegenstände zu verbreitensuchen, nicht nur für das flüchtige Vergnügen des Auges, sondernmich, wie im Sittlichen, auch im Irdischen jederzeit an das Edlereund Würdigere zu gewöhnen. Aber indem ich dem Acußerlich-Schönen nach strebe, sei es kein anderes, als das Wiederstrahlenhöherer Seelenschönheit in den Dingen, die mich umgeben. ESleuchte in der Einfalt meiner Sitten die stille Einfalt meinesGemüthes, in der Ordnung meines Hauses und häuslichen Lebensdie Ordnungsliebe und richtige Denkart und Klarheit meinesGeistes; in dem bescheidenen Schmuck und in der Anmuth meinerUmgebungen die Güte und Gefälligkeit meines Herzens.

Der Lasterhafte ist zugleich ohne Gefühle für das Schöne»Er hat keinen Maßstab, mit welchem er den Werth der Dingemißt, als seinen Vorth eil, seine Selbstsucht. Ohne eigene Er<habenheit der Seele ist er unfähig, Gott, das Erhabene irrDeinen Wundern, das Edle in den Werken der Kunst, dasGroße und Göttliche in menschlichen Thaten zu bewundern»Ehrsucht, Golddurst und Hang zu thierischem Sinnenkitzelstumpfen jedes bessere Gefühl in ihm ab. Er kann noch Prachtlieben, weil er voll thörichten Stolzes ist; üppige Verzierung,weil ihm der Sinn für Einfalt und Wahrheit und Schamhaftig-keit fehlt; er kann das Gezierte und Erzwungene schätzen, weiler in seiner schleierlosen Natürlichkeit Andern und sich selbstekelhaft sein würde; er kann das Neue und den Wechsel lieben,weil er für die Gesetze des Ewigschönen ohne Gedanken ist.

Gott, Schöpfer, die prachtvolle, erhabene Natur ist derSchleier der Schönheit, welchen Du um Dein heiliges Wesengeworfen hast; so sei auch was mich umgibt der Wiederglan;stiller Seelenschönheit. Amen.