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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
294
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Werke hat, ist todt an ihm selber. So sehet ihr nun, daß derMensch durch die Werke gerecht wird, nicht durch denGlauben allein! (Jak. 2, 17. 2 L.) An ihren Früchten solltihr ste erkennen ! rief Jesus.

Und welches ist der Hauptinhalt der Bergpredigt, wiealler übrigen Lehrvorträge Jesu auf Erden, gewesen? War esnicht immer die Anweisung, wie sich Menschen von Sündenbefreien und einen heiligen gottgefälligen Wandel führen sollen?War dies nicht immer einer der Hauptgegenstände aller Briefe,welche von den Aposteln an die ersten christlichen Gemeinden ge-schrieben wurden? Woher in Christengemeinden unserer Zeitso viel Laster jeder Art? Daher, daß sie von ihren Lehrernzwar allezeit zum Glauben an Jesunr, zur Gottesverehrung,zur Liebe des Herrn, zu frommem Wandel ermahnt werden,aber keine deutlichen Begriffe von ihren höhern Pflichten, vonden mannigfaltigen Hindernissen erhalten, die sich oft der Aus-übung tugendhafter Gesinnungen entgegensetzen.

Wohlanständigkeit und Amnuth des äußerlichen Betragens,in so fern wir uns dadurch Achtung, Vertrauen und Freund-schaft erwerben können, ist ebenfalls ein Gegenstand, welcherdie Aufmerksamkeit des Christen zu beschäftigen würdig ist. Oderwas wäre denn auf Erden, was nicht Bezug hätte auf Herz undGlauben? was nicht von der Religion berührt, geadelt, ver-klärt werden müßte? Worin äußert sich unser gottgefälligerSinn, unser lebendiger Glauben anders, als in Werken? Worinoffenbaren sich unsere Werke? In unfern Sitten, im täglichenBetragen.

In den Sitten, im Anständigen und Unanständigen, offen-bart sich das edle und unedle Gemüth. In der Holdseligkeitund Milde spricht die Liebe; im Erröthcn und Verhüten desUnreinen die Schamhaftigkeit; in groben Aeußerungen die Lieb-losigkeit und Rohheit; im Trotz der Eigensinn; im Fluchen undSchwören der Zorn; in Zweideutigkeiten die Geilheit; im Hohnder Geberden der Stolz.

Darum ermahnt das Wort Gottes immerdar zu einen: ge-fälligen, brüderlichen Betragen der Christen gegen Christen.