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31.
Werth und Nachtheil äußerlicherWohlansrändigkeit.
Philipp. 2/ s.
Bescheiden, sittsam, ehrerbietig,
Beweist sich jeder wahre Christ!
Nie sklavisch, auch nie übermüthig,
Wenn er vor Andern glücklich ist;
Wenn er, wie sein Erlöser, liebtUnd freudig Menschenliebe übt.
Durch liebliche Gespräch' erheitertEr auch des Blöden Angesicht;
Und jedes Herz fühlt sich erweitertUnd freudenvoller, wenn er spricht;
Denn, was er sagt und was er thut.
Ist anmuthvoll und wahr und gut.
Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlichNein, eifrig Jeden zu erfreu'»,
Und sanft und liebevoll und freundlichSoll ein Verehrer Jesu sein.
Ach, wären wir'S! ach, glichen wir,
O Vorbild aller Lievc, Dir!
Es fehlt nicht an Christen, welche sich einbilden, die LehreDom Wohlanständigen und Anmuthvollen im äußern Betragengehöre nicht zur christlichen Religion, sondern sei als etwasIrdisches zu betrachten, das zwar ganz löblich, aber keines-wegs nothwendig zu beobachten sei. Ja, noch Andere gehen soweit, daß sie selbst die christliche Sitten- und Tugendlehre alskeinen wesentlichen Theil der Religion Jesu ansehen, sondernsich allein mit dem Glauben begnügen wollen.
Dieser allerdings gefährliche Jrrthum rührt theils daher,daß man den Ausdruck „an Jesum glauben" falsch versteht,und sich einbildet, es sei genug gethan, wenn man nur an denSohn Gottes und sein stligmachendes Wort glaube; — theilsdaher, daß vielen Menschen das bloße Glauben leichter ist, alsdas Vollbringen dessen, was Jesus zu thun gelehrt hat.
Allein die heilige Schrift sagt ausdrücklich: Seid Thäterdes Wortes und nicht Hörer allein ; der Glaube, wenn er nicht