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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
287
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für weniger dankverpflichtet halten, weil das, waS sie thaten,uns weniger half, als sie wünschten? Ob wir gleich keinenVortheil von ihren Anstrengungen hatten; haben sie darum dieseAnstrengungen nicht für uns gehabt? Waren sie die Herren desErfolges, oder lag derselbe nicht in der Hand eines Hähern?Müssen wir bei menschlichen Handlungen mehr auf den Erfolgoder auf die Absicht und den guten Willen sehen?

Nein, des Christen Dankbegierde richte sich nicht nach derSumme des Guten, was ihm aus der hilfreichen That erwachsenist, sondern auch und vorzüglich nach der Größe der Mühe undAufopferung, die solche That Andern kostete, selbst wenn sievergebens geschah, und uns nichts fruchtete! Wer sich für unsbemüht, ohne daß ein guter Erfolg seine Mühe krönt, ist gleichdem, welcher seinem Freunde Hilfe über das Meer sendet, wosie untergeht. Du hast seine Hilfe nicht empfangen, aber dochseinen Willen. Diesem bist du zum Dank verpflichtet, als hätteer dein Glück vollkommen st) befördert, wie es sein Ziel gewesen»Nicht die Gabe sollst du lieben und segnen, sonderndenGeber.

Man kann leicht den Edelsinn oder die Rohheit der Menschenaus den Gelegenheiten erkennen, bei welchen sich ihre Dankbar-keit vorzüglich äußert. Der gemeine, sinnliche Erdenmensch hatnur Sinn für dir Wobsthaten, die seinem Leibe wohsthun. Stilleihm den Hunger, verhülle seine Blößen, er wird dir Dank wissen.Erziehe ihn hingegen zum bessern Menschen, bereichere ihn mitKenntnissen er wird kaum wissen, ob er dir dafür auchErkenntlichkeit schuldig sei; denn er sieht und fühlt und schmecktnicht, was du ihm gegeben hast oder noch gibst. Er rechnet dirnur Brod und Kleid, nur Obdach und Geld an, was du ihmverliehen; aber dein R^tb, deine Lehre, dein Trost, deineWarnung, wiewohl ihm vom größten Nutzen sein konntenund vielleicht '.carcn, sind ihm nur Worte gewesen; die hält erfür wohlftsts. xr glaubt aller Schuld entledigt zu sein, wenn erdir dsts,.-r höfliche Dankversicherungen in Worten zurückgibt. Sichirgend eine andere Art, durch Dienstleistungen, Geschenkeund so mehr erkenntlich beweisen, scheint ihm schon zuviel.