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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
286
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deine dankbaren Empfindungen zu bezeugen. Wie du den be<urtheilst, der gegen dich undankbar handelte, siehe, so beurtheiltdich das Herz dessen, der dir sonst freundlich half und rieth, undden du nun vergaßest, als wäre er nie am Leben für dich gewesen.

Gehe hin, und tilge deine Schuld. Verlaß eine Welt nicht und wer weiß, wie bald dich der Herr ruft? in welcherdu noch Schulden der Dankbarkeit abzutragen hast.

Die Größe unserer Erkenntlichkeit muß immerim Ver-Hältniß zur Größe der empfangenen Wohl-that stehen. Die Größe der Wohlthat aber müssen wir richtentheils nach dem Umfang des Guten, das uns durch Nath undThat des Wohlthäters eigen wurde; theils nach der größer»Mühe, Anstrengung und Aufopferung, welche cs ihm machte,uns dienstgefällig zu sein.

Oft ist eine Kleinigkeit zur rechten Zeit unser höchster Trost,unsere Erlösung aus der größten Noth. Es sind nicht immergroße Summen Geldes, welche uns retten oder beglückemZuweilen eine freundliche Fürsprache, ein kluger Rath, einenützliche, zur rechten Zeit gegebene Nachricht, ein Trost, einweiser Spruch, der unsere Seele aus der Tiefe der Verzweif-lung und Bekümmerniß cmporhebt, thun uns mehr Gutes,als kein Haufen Goldes- vermöchte. Die uns damit erzeigteWohlthat besteht aber nicht in der Kleinigkeit, die gegebenward: sondern in dem hohen Nutzen, welchen sie uns brachte.Was ist auch klein und groß im Leben, wichtig oder unwichtig?Alles wird erst durch die Umstände bedeutend oder gering, undempfängt durch die besonder« Verhältnisse seinen Werth. Sosind es meistens sehr geringfügig scheinende Sachen, welche aufdie Schicksale unsers Lebens am allerentscheidendstcn wirken.Je wichtiger deiner äußern Lage oder deiner Seele ein Dienstwar, je dringender und lebhafter und thätiger sei denn also,Christ! auch deine Dankbarkeit.

Von der andern Seite ereignet es sich wohl auch oft, daßdie eifrigsten Verwendungen und Bemühungen unserer Freundevergeblich für uns blieben, daß ihre schwersten Aufopferungenkeinen Nutzen für uns hatten Wie? sollen wir uns darum

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