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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Dah er ist auch überhaupt die D a n k b a r k c i t d e r M e n sch e njedes Alters und Standes besonders gegen ihreRathgeber und Lehrer am allerseltensten. Denn die Mehr-heit der Menschen ist roh, für das Geistige gefühllos, und denhöchsten Werth nur in das setzend, was dem Leibe irdisch wohl-thut. Nur wer selbst edeln Geistes ist, der ist Geistern dankbar.

Die Barmherzigkeit, welche dein Bettler durch ein hin-gercichtes Almosen erwiesen wird, stillt seinen Hunger vielleichteinen ganzen Tag. Die Gelduntcrstützung, welche dir in großerVerlegenheit ein Menschenfreund gewährte, half dir aus vielenSorgen, und brachte deine Angelegenheiten wieder eine Zeitlangin bessern Gang, bis du mehr Kraft erhieltest, dir selber helfenzu können. Die treue Fürsprache eines Freundes rettete dichvielleicht von Strafe und Schimpf, oder bewirkte, daß du eineehrenvolle Versorgung empfingest, in der du nach und nach zuimmer mehr Wohlstand durch deinen eigenen Fleiß emporsteigenkannst. Allein dies Alles sind Wohlthaten, welche sich nur aufden kurzen Zeitraum eines Tages, eines Jahres oder allenfallsdeines Lebenslaufes ausbrciten. Du stirbst, und Alles endet.

Nur das Licht, das deinem Geiste gegeben ward von einfichts-vollen, treuen Lehrern und Erziehern, leuchtet dir nicht nurdurch den ganzen Lebenslauf, sondern selbst in der Dunkelheitjenseits des Grabes vor. Nur die Weisheit, welche du durchempfangene Mittheilungen von Weisen empfingst, macht denGrund zum Glück deines irdischen Lebens und deiner Ver-herrlichung in bessern Welten. Nur die seelencrhebeuden Trost-gründe , welche du von ihnen für den Frieden deines Gemüthsgewännest, begeistern und erheben dich in den Stunden derVerzweiflung und Gefahr, wenn weder Freundschaft noch Gold,weder Fürsprache noch Fürstengunst helfen und trösten können.

Darum macht auch Paulus, der christliche, gotterleuchteteWeise, seine Freunde auf die heilige Pflicht der Erkenntlichkeitgegen die Lehrer aufmerksam. Wir bitten euch aber, schrieber an die Christusvcrehrer zu Thcssalonich, liebe Brüder, daßihr erkennet, die an euch arbeiten und euch vorstehcn in demHerrn und euch vermahnen, (k. Thess. 5, 12.)