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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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keine Schicksale: denn welche ihn auch, gleich andern Menschen,treffen können, er empfindet in sich eine Gotteökraft, vor welcheralle Verhängnisse schwach werden. Der Glaube überwindetAlles. Was ihm die Wirklichkeit raubt, gibt ihm die Hoffnungwieder; was ihm das Leben nimmt, beut ihm die Ewigkeitwieder dar.

Und ausgerüstet mit dieser Gotteskraft, welche die Religiondem Menschen verleiht, bestreitet er siegreich die Tücke des wankel-müthigen Glücks. Man entreiße ihm Wohlstand, Bequemlichkeit,Ansehen, Ehrenstellen und was die Erde Angenehmes gewährenkann: er trägt einen ganzen Himmel in seiner Brust, die Zufrieden-heit mit dem, was Gott gethan; die Zuversicht aufdcn Vater; dasBewußtsein eigener Unschuld; das hohe Gefühl innerer Hei-ligung durch Jesum.

Diese Gotteskraft des Evangeliums richtet ihn in der schwerenLcidensstunde auf, während Andere, von gleichen Stürmen, dieihn trafen, hoffnungslos niedergeschmettert wurden. Sie zeigtseinem Geiste noch ein Licht durch den umwölkten Himmel, währendAndern der letzte tröstende Stern längst verschwunden ist. Siegestaltet für ihn das ganze Leben, das ganze Weltall neu; sieverklärt ihm selbst das Irdische. Das Alltägliche, was ihn um-gibt, wird bedeutungsvoll. Die stumme Natur redet zu seinemHerzen, wie mit Geisterzungen. Der blinde Zufall verwandeltsich in unverkennbare Spur höherer Ordnungen, voll unendlicherWeisheit; der Schmerz in einen Oucll innerer Glückseligkeit undgrößerer Heiligung; die Erde in einen Vorhof zum Heiligthumder Ewigkeit; das Weltall in ein unendliches Vaterhaus, darinviele Wohnungen sind; den Tod in einen Boten des bessernLebens, in einen Engel der Liebe und Befreiung; das Absterbender Geliebten in eine festere Verknüpfung unserer Seele mit demJenseits.

Das ist die Macht des Evangeliums, daß sie einen neuenHimmel und eine neue Erde hervorbringt, und der Menschdurch sie gleichsam wiedergeboren wird. Durch sie wird unserLeben zu einem Leben in dem Herrn, wie unser Sterben zueinem Sterben in dem Herrn.