Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
271
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Wie nun die Religion unser ganzes Leben und Weben, unserHaben und Sein, unsere Vergangenheiten und Hoffnungen ver-göttlicht : so muß auch die Religion von uns aus nicht einseitigsich gegen die Welt äußern. Sie muß aus unfern Sinnen undGefühlen, aus unfern Gedanken und Thaten, aus unfern Er-innerungen und Entwürfen gleich mächtig hervorlcuchten. DasEvangelium ist keine todte Vernunftreligion, sondern lebendigim Glauben des Gemüthes, in Empfindung und Frucht derWerke. Es ist keine bloße Gefühlsreligion, voll sinnlicher An-hänglichkeit zu Jesu, voll Inbrunst und Gebet: sondern sie istheiter, wie das Licht der von Gott gegebenen Vernunft, zuAllem erweckend, was wahr, recht, gut und nützlich, was vorGott und Menschen angenehm ist. Es ist keine bloße Werk-heiligkeit, die sich begnügt, kein Uebels zu thun, überall dasGute zu stiften, und rechtschaffen in allen Thaten und Wortenzu sein: sondern ein inniges Glauben des uns geoffenbarten Heilig-tums, ein Lieben Gottes und der Menschheit, ein kindliches,zuversichtliches, ruhiges Hofsi.i der Ewigkeit. Ist nicht unsergesummtes Wesen von den Flammen des Evangeliums erwärmt:so sind wir noch nicht den: Gottesreich ganz angehörig.

O Evangelium, Himmclsbotschast! meines Jesu Gabe! oKraft Gottes, Macht der Heiligung, durchströme, stärke, er-hebe mich! Und du, Vater im Himmel, der Du DeinenSohn sandtest, die sündige Welt zu retten, laß mich die Wir-kungen Deines heiligen Geistes gnadenvoll empfinden. DennDu bist mein Glaube, mein Lieben, meinHoffen. Heiligung durchDas Evangelium ist meine Sehnsucht! Sie sei es ewig! Amen.