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die Welt tauschen, weil sie getäuscht sein will; es ist eine Nvth-lüge. Sie ist mir nützlich, und darum ist sie gut.
Wenn Jemand, der zwar noch ziemlich unverdorben ist, oderdoch für fromme, tugendhafte Grundfitze noch lebhaften Sinnhat, in schlechte Gesellschaften geräth; wenn er da, weil manEhre und guten Namen bekannter Menschen witzig lästert, oderihnen, obgleich unerwiesen, auf bloßen Schein bin, die schänd-lichsten Dinge zuschreibt, oder, »veil man dergleichen gehört hat,mit Begierde nacherzählt, — wenn er da aus Höflichkeit in denTon der geschäftigen Lästerzungen einstimmt; wenn er, woZoten und unzüchtige Reden fallen, Zweideutigkeiten belächelt,vor denen die Tugend schamvoll erröthet; wenn er da, woWüstlinge sich dem Trünke und Spiele und jeder Ausgelassenheit. in schimpflicher Keckheit überlassen, aus falscher Ehrbegierdemitmacht, um nicht als ein Tugendbild von den klebrigen ver-spottet und verlacht zu werden, — so spricht der Feige Schwäch-ling : Die Klugheit gebietet es; unter den Wölfen muß manmitheulen; ich hasse das Alles, es liegt nicht in meiner Gcmüths-art, aber — es war Nothlüge.
Wenn Jemand, der ein zartes Gewissen hat bei Beobachtungfremder Bosheit, aber sich es gern verzeiht, wenn er im Handelund Wandel seine Mitmenschen betrügt, übervortheilt, schlechteWaare für gute gibt, mit Zinsen drückt, so spricht er: Noth hatkein Gebot. Jeder ist sich selbst der Nächste. Das sind kleineHandelsvortheile, die man erlauben muß.
Wenn Jemand den, den er im Herzen verabscheut, mit ver-doppelter Kriecherei behandelt, bis er ihm die Fallstricke gelegthat; wenn Jemand dem Mächtigen, der sich Schandthaten undUngerechtigkeiten erlaubt, eben dieser Ungerechtigkeit willenWeihrauch streut, ihn in seiner Schlechtigkeit bestärkt; wenn eraus Menschenfurcht sich scheut, der Wahrheit die Ehre zu gebenvor Freund und Feind; so spricht er: die Großen haben langeArme. Ich habe kemcn Beruf, mich aufzuopfern. Ich will mirkeine Feinde machen. Man sagt in der Noth Manches, worandas Herz nicht denkt!