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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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Zur Gesellschaft sind wir erschaffen, zum Umgang mitMenschen. Nur in unserm täglichen Verkehr mit Wesen unsererArt können sich alle unsere Fähigkeiten zur Vollkommenheit,unsere Anlagen zur Tugend entwickeln. Wir sollen die Gesell-schaft der Menschen nicht vermeiden, sollen uns nicht in be-ständige Einsamkeit vergraben. Denn wer nicht sündigen kann,- der ist kein Heiliger, sondern wer bei den Reizungen zur Sündegegen sie unempfindlich bleibt. Wer sein Pfund vergräbt, ist keintreuer Diener des Herrn, sondern wer damit zum Wohl seinerBrüder und zur Ehre der Gottheit arbeitet. (Luk. 19,1226.)

Weder unser göttliches Vorbild Jesus Christus, noch seineersten Schüler, entfernten sich von dem Umgänge mit Menschen;sie flohen in keine lebenslängliche Einsamkeit, sondern gingenhinaus in das Gewühl der Welt, um wohlzuthun. Sie miedennicht freundschaftliche Zusammenkünfte und Gastmähler, schlossensich nicht von den Freuden und Genüssen des Umgangs aus.Wer da säen will für die Ewigkeit, der muß den Acker suchenfür seine Saat; und dieser Acker ist das menschliche Herz.

Am nächsten liegt Jedem von allen Arten des gesellschaft-lichen Umgangs derjenige, welchen er im Kreise seiner Familie,seiner vertrauten Freunde, im Innern seines Hauses hat. Undwas uns zunächst umgibt, sollte das nicht vorzugsweise unsererbesonder» Aufmerksamkeit wcrth sein? Ob unser Leben- elendoder heiter, voller Vcrdruß oder mannigfaltiger und sanfter,aber desto bleibenderer Freuden sei, das hängt von der Übelnoder guten Einrichtung unsers häuslichen Lebens ab. Erst müssenwir für dies besorgt sein, und nachher für die Freuden der Ge-sellschaft- die wir außer dem Hause genießen. Beklagenswerthist Jeder, der unglücklich in seiner eigenen Wohnung ist, undsein Glück erst aus der Hand von Fremden empfangen soll, mitdenen er nur einen kleinen Theil des Lebens zu theilen hat.

Aber der Friede und das innere Glück des Hauses, dieshöchste Kleinod, diese Grundlage unserer täglichen Zufriedenheit,muß unser eigenes Werk sein. Sind wir in unserer Heimathelend, finden wir im Kreise unserer Angehörigen keine Er-holung, keine Erheiterung: so ist es auch unser eigenes Ver-