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Da6 gesellige Leben.
i. Petr, ä, 8 — io.
Laß UNS fröhlich und gesellig,
Immer willig, zu erfrcu'n,
Liebenswürdig und gefällig,
- Aber nur durch Tugend, sein;
Hold und sonder Schmeichelei,
Stets bescheiden, aber frei,
Und in Wort und That bedächtig,
Immer unser selber mächtig.
Laß die Frechheit roher SittenNiemals unser Herz entweih'n;
Thronen laß, Paläst' und Hütten,
Jeder Tugend Wohnung sein.
Jeder strebe, wer ein Christ,
Wessen Wunsch der Himmel ist,
Daß sein Haus, daß, Gott! die ErdeDeines Himmels Vorhof werde.
Aur Geselligkeit sind wir erschaffen. Der Trieb, Seinesgleichenaufznsuchen, und mit ihm die Freuden und Leiden des irdischenDaseins zu theilen, ist vom Schöpfer in die Brust jedes lebendigenWesens gepflanzt. Selbst die Thiere, die Wilden des Waldesund^er Wüste, empfinden seine Allgewalt und Süßigkeit. Wermag ihm widerstehen? Wer möchte in einer Welt wohnen, woeine ewige Einsamkeit unsere Tage verschlänge? wo wir für keinMitgeschöpf arbeiten, nicht Freundschaft um Freundschaft ein-tauschen könnten? wo unfern Geschäften kein Auge Beifaltlächelte, und unsere Klage keine liebende Seele mit sanftemMitleiden aufnähme?-^- Ach, das wäre keine Welt, kein wahresLeben, nein, ,es wäre ein ungeheures, wüstes Grab, in welchemwir einsam und freudenlos unser Leben hinathmeten. Unglück-liche in den Gefängnissen empfinden den Verlust des gesellschaft-lichen Umgangs am schmerzhaftesten. Wenn die kalten Gewölbeund Mauern ihre Seufzer nicht verstehen, zähmen sie eineSpinne, und flößen ihr Vertrauen und Freundschaft ein. Sieist doch ein lebendiges Wesen, das zur dankbaren Gesellschafterinwerden kann.