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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
210
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schulden, Mangel unserer Klugheit, oder Mangel der nöthigenTugend. Wenn nicht Mangel und Nahrungssorgen drücken(aber auch selbst diese Leiden werden leichter unter freund-schaftlichen Umgebungen von den Unseligen): so sind es nur unsereFehler, unsere schlechten Angewöhnungen, unsere Untugenden,die Fluch und Unruhe in unser Haus bringen. Entwederwollen wir uns selbst nicht dazu verstehen, gewisse anstößigeGewohnheiten abzulegen: und so sind wir es selbst, die wir unsmit harter Hand strafen; oder wir haben nicht schonende Milde,nicht freundschaftliche Klugheit genug, Andere, mit denen wir inVerbindung zu leben genölhigt sind, von ihren Fehlern nachund nach abzubringen. Es mangelt in unserm Hause der Geistder Liebe, des stillen, gegenseitigen Vertrauens; daher mangeltauch die Seligkeit des Friedens, der Segen häuslicher Tugend.Ihr pflanzet in hartnäckiger Thorheit Dornen, darum wolleneuch keine Rosen blühen!

Bekämpfet eure Fehler, die Andern auffallend sind, durchwelche ihr ihnen wehe thut, und sie zum Verdruß reizet; seidgegen Jeden, mit welchem ihr beisammen leben müsset, freund-'licher, nachsichtsvoller, liebreicher, als gegen jeden Andern,dem ihr nur seltener begegnet; entfernet von euch die lästigenUntugenden des Eigensinnes, der Rechthaberei, der Herrsch-sucht, der sogenannten Übeln Laune; meidet, was die Rechte,die Ansprüche und die Zufriedenheit eurer Lebensgenossen störenmuß und diese Verwandlung wird euer ganzes Haus ver-schönern : ein Himmel voll kleiner Freuden wird bei euch ein-ziehen, wo vormals eine Hölle des Zanks und der Uneinigkeittobte. Seid weise, seid christlich, und ihr werdet glücklich.

Aber auch zufrieden und glücklich im Schoost unserer Familie,sollen wir uns nicht von anderer Gesellschaft ausschließen. Zwarmuß die Anmuth des häuslichen Lebens für uns den Vorzugbehalten; allein auch andere Menschen, die nicht zu unsererengen Umgebung gehören, haben Ansprüche auf unfern Umgang.Wer sich nicht Andern mittheilt, versäumt muthwillig die Er-weiterung seines Wirkungskreises. Wer seine Tage ausschließlichnur mit wenigen Vertrauten zubringt, der wird einseitig in seinen