Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

Rom. 10, io.

Hoch, aus der Erde Nacht empor.

Schwingt sich zu Dir mein Glaube;

Und nur für Dich, Herr, Aug' und Ohr,

Für nichts im Erdcnstaube.

, Heil dem, der sich auf D i ch verläßt,

Mit Einfalt hofft, und sich nur festAn Deincm Wort mag halten! ' >

O Glaube, O.uell des reinsten Lichts,

O.uell göttlich-edler Triebe!

So durch und durch entsündigt nichts,

Wie Glaub' an Dich, o Liebe!

Was frommen kalte Grübclei'n?

Was frommt des Wissens falscher Schein?

Nur wer da glaubt, ist selig.

^)>nmer wird cs uns von allen Seiten gesagt, die Religionsei doch zuletzt des menschlichen Lebens höchste An-gelegenheit. Ich selbst empfinde cs, und habe es von jeher,empfunden, daß dieses ganze Leben, dieser bunte Wechsel vonLicht und Schatten, von Lust und Schmerz, dieser verworreneTraum, nicht werth wäre, gelebt und geträumt zu werden, wennkein Erwachen vom Traum, keine Lösung der irdischen Räthsel,keine Fortsetzung meines geistigen Daseins, keine Ewigkeit vor-handen wäre. Aber dieses gerechte Erwarten der Ewigkeit, dieunser harret, diese Verbindung unserö Geistes mit dem ersten undheiligsten der Geister, dem Könige des Weltalls, dem Urquellunsers Seins, haben wir. Dies ist unsere Religion, unser be-seligender Glaube. Und welche von allen Angelegenheiten derMenschheit wäre wichtiger?

Daher ist die Religion auch in Aller Brust. Das Kind strecktdeutend die kleine Hand empor zu den Sternen und spricht:Und wer wohnet dort?" Es deutet auf das Grab des Tobten,und fragt:Bleibt er immer in der Gruft?" In den Wetterndes Schlachtfeldes strahlt dem Krieger der Gedanke seiner Un-vergänglichkeit; auf den stürmischen Wogen des Lebens, oftdem Schiffbruch nahe, blickt der sorgende Mann vertrauensreich