Lebens noch dem Stolz, deine Freude! So sei der Blick auf sie,auf die Ewigkeit, wo tiefer Friede wohnt, deine Hoffnung.
Vater! Mutter! Verklärte! Ihr nun höhere Wesen! Ach,Mein Auge bricht in Thronen; Sehnsucht und Wehmuth be-klemmen mein Herz!— Vater! Mutter! Verklärte! Ihr starbetmit der Liebe für mich im Herzen. Ich bin von euch gerissen. Ichweine auf Erden allein! Mutter, o deine Mutterliebe trocknetmeine Augen nicht mehr; Vater, deine Vaterliebe erquickt michnicht mehr. Ach, ich hatte einst auf Erden einen Himmel. Dawäret ihr noch. Da wandeltet ihr wie Engel Gottes um mich, undwachtet für mich. O könnte ich wieder in den schönen Morgen-träum meines Lebens heimkchren; wie wohl war mir bei euch!
Ja, ich werde hcimkehren in meinen neuen Lebensmorgen,wo ihr, Verklärte, mich wieder anlächelt. Meine Sterbestundewird wieder meine Geburtsstunde. Euer Kind wird wieder voll-endet zu euch stiegen, dort — dort, wo Gott, unser aller Vater,amd seine Seligkeit wohnt! — dort, dort, wo ihr mein harret,und eure unsterbliche Liebe schöner für mich blüht, als auf
Erden.-O Vater, o Mutter, welche Seligkeit, wieder
dein zu sein, ganz und ewig dein zu sein, und ohne Trennung,Ahne Thränen dein!
Gott, Gott, gib mir Kraft, daß ich auf Erden würdigwandle, um die Heißgeliebten wieder zu finden; daß ich in derHeiligkeit und Tugend Jesu vollende, worin sie vollendeten 5
Und wenn die Sünde sich schmeichelnd meinem Herzen naht,wenn die Verführung ihre Netze wider mich ausspannt, wennich schwach werde, und am Rande eines lasterhaften Entschlusseswanke, wenn ich, von wilden Wünschen und Begierden fast über-mannt, meiner selbst unwürdig zu werden in Gefahr schwebe —dann, Vatertreue, dann, Mutterliebe, dann, Aelternehre, er-scheinet dem Wankenden, als Schutzgeister seiner Seele! Wie eureHand mich einst zum Bund mit Gott geführt, so führe mich dieErinnerung an euch wieder in die Arme^der Tugend, der Religion! .
Ich will Vater und Mutter ehren, so lange ich lebe aufErden!