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lebt in ewiger Heiterkeit. Die Freude, welche ihm die wechselndeStunde reicht, genießt er mit vollen Zügen, und das Unglück,welches ihn überrascht, trägt er mit männlichem Muthe; ihnstärkt das Gefühl: Du warst eines bessern Schicksals werth,und hast deine Leiden nicht verschuldet. Gott ist mit dir.
Seht die verfolgte Unschuld: mit dem Stolze eines reinenGewissens verläßt sie den gräuelvollen Palast, und wählt denBettelstab; mit göttlicher Ruhe spricht sie zu ihren Verfolgern,wie Jesus einst in Gethsemane: ich bin es, den ihr suchet.Irdische Schmach kann sie nicht entehren, alle Trübsal ihr nichtden himmlischen Frieden entreißeil. Der Kerker verwandelt sichvor ihr in Anmuth, und soll sie das Blutgerüst besteigen, dafeiert sie ihren höchsten Triumph; es ist eine Verherrlichungihrer selbst; über ihrem Grabe weinet die Nachwelt.
Dem Manne, welcher mit heiterm Bewußtsein handeln kann,vertrauen Hohe und Niedere. Er steht unabhängig; er ist einFürst, wenn auch nur im schlichten Gewände. Denn die ihnkennen, müssen ihn ehren; vor Thron und Richterstuhl stehter ohne Furcht, und dem Tode sieht er lächelnd ins Auge.
Ein frohes Gewissen ist ein Himmel im Herzen, gibt Herr-schaft über die Bösen, ist ein Schutzgott ist der Noch, ist einAnker im Sturm und das weichste Sterbekissen.
Heiliger, heiliger Gott! Ach, daß dieser unnennbare Friededes reinen Bewußtseins mein Eigenthum sein möchte immerdar!Daß ich nie vor mir, nie vor Dir, nie vor Andern erröthendürfte wegen meiner Handlungen! Daß ich nie die Schreckeneines bösen Gewissens, nie den Schlangenzahn der Reue inmeinem Herzen fühlen dürfte! Daß ich unschuldvoll und reinmit kindlichem Gemüch im Gewühl dieses Lebens bleiben möchte!
Wohl bin ich schwach, und empfinde meine Schwächen.Vielleicht kann ich zu übereilten Schritten durch meinen Leicht-sinn gerathen, vielleicht in einer aufwallendcn Leidenschaft michund Deinen heiligen Willen vergessen! Dann, dann, o meinGewissen, sei du der Wächter meiner Tugend, meiner Unschuld,meiner Ruhe! — Das göttliche Gefühl des Wahren und Edelnsoll mich leiten, daß ich nicht meiner selbst unwürdig werde, und