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Die Macht des Gewissens.
2. Kor. 1 / 12.
Heil'ger Gott, nichts freut auf ErdenOhn' ein heiliges Gemüth!
Gold und Gut muß Asche werden,
Und der Schönheit Pracht verblüht.
Nur ein freudiges Gewissen,
Das vor keiner Schuld erbleicht,
Kann das Leben uns versüßen,
- Macht uns selbst das Sterben leicht.
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Es tönt in der Brust aller Sterblichen eine fremde, eine heiligeStimme, und Jeder vernimmt sie, von welcher Religion er auchsei; selbst der Heide, dem nie das Licht der Offenbarung ward.Sie tönt; kein Schmeicheln, kein Unwille, kein VernünftelnLringt sie zum Schweigen: immerdar ruft sie: Mensch seigerecht!
Umsonst treibt sich der Religionsspöttcr in frechem Leichtsinnmmher, und hält Alles für Werk des Zufalls, den frommenGlauben für Pöbelwahn, das Christenthum für einen politischenZaum, das rohe Volk zu bändigen; umsonst will er an keine'Tugend glauben, sondern achtet sie für Schwärmerei oderHeuchelei; umsonst will er sich bereden, es sei Alles gut, wasKlugheit, List und Eigennutz anrathen; umsonst möchte er einenGott aus der unermeßlichen Schöpfung, einen vergeltendenRichter über den Sternen hinwegläugnen, — die innere Stimmeruft: Du lügst, Mensch!— Die Erde bebt, und Tempelrmd Paläste stürzen zusammen; es sinken ihm zur Seite Freundeerblassend in den Sarg, und werden Staub und Erde; imfurchtbaren Aufruhr der Elemente rauscht der Donner durch alleHimmel, und die Blitze strahlen nieder und verwandeln seinHaus in Flamme und Asche. Der Spötter spottet nicht mehr.GsisteinGott! ruft ihm die innere Stimme zu. Es ist einGott! lallt er ihr zitternd nach.
Umsonst verspottet der Bösewicht so lange die heilige Stimmein seiner Brust, und nennt sic eine Folge seiner Erziehung, einen