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düstern Ahnungen der Zukunft, welche den Todesschweiß vonihren blassen Wangen gießen?
O du, der du dich jemals in verruchter Geilheit der keuschenEhre einer Jungfrau mit verführerischen Worten nahtest - derdu jemals durch deine höllische Kunst eine arglose Unschuld umihre Ehre betrogest; der du jemals den ersten Funken der Wollustin ein sonst reinesHerz geworfen hast—Wollüstling, Verführer!dem nichts zu heilig ist, seine thierischen Gelüste zu stillen, könntestdu, nur du, der Zeuge von den Leiden der Verführten sein!Vielleicht ist es dir gelungen, daß die gräßlichsten Folgen deinesVerbrechens dich nicht unmittelbar trafen. Aber weißt du, obdeine ersten Lockungen zur Sünde nicht der Same dieser Höllewurden? ob der Funken der Wollust, den du in ein noch un-verdorbenes Herz streutest, nicht zuletzt die Flamme wird, welchedie Seligkeit lind Freude des Mädchens verzehrt?
So erscheine dir dann, Unreiner, die betrogene Unglücklichein ihrer Todesnoth; sie erscheine dir mit ihren zahllosen Thränen,die ihre und deine Schuld nicht abwaschcn können; sie erscheinedir mit ihren abgehärmten Wangen, von welchen du zuerst dieheilige Gluth der Scham hiuwegzunehmen frech- genug warst;mit ihrer Verzweiflung, die dem ersten Lächeln folgt, womit siedich begrüßte. Sie zeige dir ihre vernichtete Gesundheit, ihrevom Blute der Unschuld gefärbte Mutterhand. Auch du hast andiesem Blute Theil! Du warst der Erste, der die Unglückliche aufdie Bahn des Lasters und des Todes schmeichelnd hinführte!
Hinweg, o meine Seele, von diesen grausenvollen Bildern,die in dem Leben der heutigen Welt leider in jedem Tage er-neuert werden. Ich will nur das Loos der unmündigen Kleinenbeklagen, welche, außer der Ehe erzeugt, ohne eigene Schuldden Fluch tragen müssen, der ihre Aeltern drückt. IhreAeltern?Wer sind sie? Vater und Mutter erröthen vor dem unglücklichenKinde, dem Zeugen ihrer Schande. Es ist schon Waise, ehe es dieWiege verlassen kann. Es ist schon verstoßen, ehe es sich an dieMenschen anschlicßen kann. Es lernt vergebens den süßen Vater-und Mutternamcn stammeln; Niemand will ihn hören. Es stehtmit seinen Thränen allein in der Welt, und kann seinen Schmerz