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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
156
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ohne es zu denken, mancherlei Bösem hilfreiche Hand zu bieten,und mancherlei Gutes zu verhindern, welches bessere Köpfestiften möchten. Denn leider paart sich zur Geistesbeschränktheitgern ein vornehmthuender Eigendünkel; so wie umgekehrt Be-scheidenheit die Frucht wahrer Einsichten ist. Und was darfman von dem des Vortrefflichen viel erwarten, welcher schamlosgenug sein kann, eine Stelle zu bekleiden, »Heren er durch seineKenntnisse und.Fähigkeiten, oder durch seine Denkart nichtwürdig ist? Und hätte er gegen Gott, Vaterland, Obrigkeitund Mitbürgerschaft kein anderes Verbrechen begangen, als daßer einen Würdigem verdrängte, oder hinderte, an diesem Platznützlich zu werden: so ist schon dies Verbrechen genug, von demer einst Rechenschaft abzulegen hat.

Wenn sich das Wachsen in Kenntniß und Weisheit immerzunächst auf unfern Beruf beziehen soll, ist damit nicht gesagt,daß die Erweiterung der Einsichten ganz allein darauf abzielen soll,uns reichlichere Einkünfte zu verschaffen. Der Mensch ist nicht ge-schaffen, um nichts Anderes zu sein, als Taglöhner, Handwerker,Künstler, Gelehrter, Beamter. Er lebt nicht bloß für bürgerlicheVerhältnisse. Er ist ein höheres Wesen, welches seinen Berufauf Erden überlebt. Der Himmel ist ihm so nahe, als die Erde;das Göttliche so unentbehrlich als die Speise. Wir müssen dasGöttliche in unfern irdischen Beruf hineintragen; um dies aberzu können, sollen wir vor allen Dingen erst ist Erkenntniß desGöttlichen wachsen. Den ersten, einfachen Grund dazu legt freilichdie Kirche, der Religionsunterricht, welchen wir in der Jugendempfangen und den die Verkünder Jesu in Auslegung des göttlichenWortes fortsetzen. Doch dies ist nicht genug. In uns selbst mußlebendiges Streben sein, Gott immer näherund näher zu werden,seine Majestät und Herrschaft immer tiefer wahrzunehmen. Ach,wahrlich, kein Buch kann es schildern, keines Menschen Mund esaussprechen, wie erhaben, wie machtvoll, wie weise, wie gütigder Schöpfer des Himmels und der Erden ist; Keiner kanncs so deutlich, so würdig, als Gott selbst in seinen Werken.

Eben dies bewährt uns jener Ausspruch der heiligen Schrift:Gottes unsichtbares Wesen, das heißt seine ewige Kraft und