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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Gottheit, wird ersehen, so man das wahrnimmt an den Werken,nämlich an der Schöpfung der Welt. (Rom. 1, 20.) DieMenschen in jenen Zeitaltern, bald nach ihrer Erschaffung,wußten weniger von Kunstwerken, Geräthen, Einrichtungen undBequemlichkeiten des Lebens, als wir, aber mehr" von Gott undden Wundern seiner Macht. Sie waren mit den Kräften derPflanzen, Steine und Quellen, mit den Eigenschaften dermannigfaltigen Thiere vertraut und noch vertrauter mit demBau des Himmels, dem ewigen regelmäßigen Gang der Gestirneund deren Ordnungen. Gott sprach ihnen aus Allem, und siesprachen in Allem von Gott. Dies ist nicht unter uns mehrder Fall. Wir find gesunken. Wir sind in dem, was irdisch ist,klüger geworden, aber unwissender in dem Göttlichen.

So sollen wir uns denn wieder erheben zu unserer altenund ersten Würde, und wachsen in Erkenntniß des Herrlichsten.Noch ist das Buch der Natur vor uns aufgeschlagen; noch stehendie Werke Gottes in uralter Majestät und unveränderlicherHerrlichkeit vor unfern Augen.

Man spricht zwar auch unter uns zuweilen von den Schön-heiten der Natur, aber hat dabei nur sehr verwirrte Vorstellungen,und denkt höchstens an den Reiz irgend einer Landschaft. Manspricht von den Freuden der Natur, und dem Glücke im Schoostderselben, aber läßt es etwa bei einem Spaziergang bewenden,staunt mit Vergnügen die Gegenden an, und weiß selten, wasman sich weiter dabei denken soll. Diese Armuth der Gedankenist ein trauriges Zeugniß vom Mangel unserer Erkenntniß.

Es ist nun freilich unmöglich, daß du selbst die Beschaffen-heit und wunderbare Ordnung in den Dingen der Natur unter-suchen, oder den Wandel und die Verhältnisse der himmlischenKörper beobachten und ausforschen solltest. Dazu würde mehrals eines Menschen Leben nicht hinreichen. Aber was durch dieanhaltenden Forschungen der vergangenen Jahrtausende schon er-fahren und entdeckt ist, das eigne dir zu durch Unterricht. Dannwirst du die Werke Gottes erst bewundern, dann erst von derGröße des Herrn dir erhabene Vorstellungen machen können,wenn dir Blinden die Schuppen der Unwissenheit von den Augen