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Gaben seines Geistes zu vervollkommnen. Alles, was er thutund treibt, fordert ihn von selbst zum Nachdenken auf und zumWeiterforschen. Aber er muß selbst Sorge trage«, daß ihn dasAlltägliche und Gewohnte seines Geschäfts nicht stumpf mache.Er kann es verhüten, wenn er bei allem dem, was ihm Umerwartetes oder Neues vorkommt, sagt: woher rührt dies? wiewäre der Sache auf den Grund zu kommen? Man muß sichnicht durch die seichte Bemerkung abwendig machen lassen: aberwozu nützt mir es, wenn ich es auch weiß? — Alle Erkenntnißdes Wahren ist nützlich, auch wenn man damit nicht seine Ge-schicklichkeit zum unmittelbaren Broderwerb vermehrt. Wie vieleshast du als Kind gelernt, von dem du damals nicht cinsahest,was cs dir helfen könne, und doch kam es dir nachmals hin undwieder unvermuthet zu statten! Wie viel hast du von früherJugend an durch Fügung der göttlichen Vorsehung bemerken,> sehen, hören müssen, was doch Alles für dich nicht vergebensgeschah, sondern dich, das heißt, deinen Geist, erst zu demmachte, was er jetzt ist! Und wenn dir das Forschen nach derWahrheit zuletzt keinen unmittelbaren, äußern Gewinn brächte,selbst wenn dein Nachdenken oder Suchen ohne Frucht bliebe: soist doch schon die bloße Geistesübung für dich der herrlichsteNutzen gewesen. Deine Kraft im Denken und Urtheilen ist ge-wachsen, denn alle Kraft wird erst durch Uebung gestärktest)wie sie durch Mangel des Gebrauchs schwächer wird.
Dein Stand und Beruf bietet dir Gelegenheit genug dar zumNachdenken und Forschen. Es ist nicht nöthig, daß du Gegen-stände aufsuchst, die ganz außer deinem Geschäftskreise liegen. Ja,es ist vielmehr nachtheilig, seine Berufsarbeiten zu vernachlässigen,und sich fremden Dingen hinzugeben. Vernachlässigung des Be-rufs ist cs aber jedesmal, wen.: man nicht alle Vermehrungseiner Kenntnisse auf die Verbesserung der Lage und Stellunganwcndet, in welcher man nun einmal sich befindet. Man zer-splittert dadurch seine Kräfte, vcrtheilt seine Aufmerksamkeit.Es ist auch gewöhnlich gar selten die Liebe zur Weisheit, welcheden Menschen antreibt, sich mit Sachen und Kenntnissen, dieaußer seinem Bcrufskrcise liegen, vorzugsweise zu beschäftigen,als vielmehr Hang zur Großthuerei, oder geheimer Stolz, der