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zu empfinden, oder erwiedern zu wollen. Es wird ein beständigesGeizen nach der Gunst des andern Geschlechts. Alle Beredsam-keit einer erheuchelten oder erkünstelten Leidenschaft, alle ihrerührenden Versicherungen, Thränen und Eide werden ver-sucht die Leichtgläubigkeit eines schwachen Wesens zu überlisten,Hoffnungen zu erwecken, Neigungen einzuflößen, die unerfüllbaroder strafbar sind. Und dies Alles geschieht, um das leere Her;zu beschäftigen, um den elenden Triumph zu haben, Leidenschaftenerregen zu können, um seiner Eitelkeit ein Opfer zu bringen.Diese verbrecherischen Wirkungen männlicher Gefallsucht, imWiderstreit mit dem wahren Ehrgefühl des Mannes und demGebote der Religion, haben schon namenloses Unglück in zahlloseFamilien verbreitet. Aber Verbrechen dieser Art, durch welchenur zu oft die Ruhe eines edeln Herzens geraubt, die Glückselig-keit eines ganzen Lebens gestört wird, gehören zu denen, welchekeine weltliche Obrigkeit vor ihren Richterstuhl fordern kann.Eben darum sieht man sie frecher verübt. — Nur Gott richtet sie;aber um so furchtbarer wird er den Mord richten, den der Gefall-süchtige an dem Lebensglück getäuschter Gutmüthigkeit verübte.
Jüngling, Mann, dessen Eitelkeit und Gefallsucht um dieLiebe schuldloser, vielleicht schwacher Herzen buhlt, der duNeigungen in die Brust einer Unglücklichen pflanzest, welchedu nicht ohne vergrößerte Verbrechen erwiedern darfst: bist duminder strafbar, als der Giftmischer, welcher den Tod im Honigüberreicht? -— Rechtfertigt cs dich, daß deine Liebelei fern vonUnkeuschhcit blieb, und nur eine angenehme Tändelei mitGefühlen sein sollte?
Du täuschest, Betrüger. Gott richtet. Dein Betrug brichtein Herz, oder wird cs noch brechen, und eine Gesundheit durchheimlichen Schmerz untergraben, oder einem frommen Gemüthden Glauben an die Menschheit entreißen. — Mörder, Gottrichtet, vor dem die Thränen nicht ungezählt fließen, die deinlasterhafter Sinn erpreßte!
Nicht gedenken mag ich der scheußlichen Verwirrung derGefallsucht, wenn sie sich zuletzt noch in ein Mittel verwan^^viehische Wollüste zu erwecken oder zu stillen. Und gewöhnlich