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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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seine wuchernden Wurzeln vielarrm'g in das zarte Gemüth derJugend verbreitet hat.

Der Trieb zu gefallen, der sich ohnehin mit dem Erwachender Geschlechtslust in seiner ganzen Stärke entwickelt, wirddurch die falsche Erziehung noch gewisser in verkehrte Richtunggebracht, zu welcher er schon an sich durch Unerfahrenheit desJünglings geneigt ist. Das Männlich-Edle verschwindet, undder Thor hofft durch die Weichheit, Zartheit, Schwäche undZierlichkeit, die er am andern Geschlecht reizend findet, wenn erderselben nachahmt, zu gefallen. So entstehen jene Zerrbilderdes männlichen Wesens, welche in der Putzsucht, Modeliebhaberei,Begierde in Kleinigkeiten gewandt zu sein, mit den Weibernwelteifern, und sich damit nicht selten dein Spott der Edlemunter diesen preisgcben.

Die Gefallsucht der Männer durch äußerliche Zierlichkeit magso lange in der Reihe bloßer Lächerlichkeit stehen, als sie sich mitder Hoffnung begnügt, durch das Unmännliche Bewunderungund Achtung zu erregen. Sie wird zur widerlichen Thorheit,wenn sie zudringlich wird, und sich schmeichelt, daß jedes weib-liche Herz ihr huldigen müsse. Sic wird verbrecherisch, wenn sieihre Künste aufbictet, wirk ich Weiber zu unerlaubten Neigungenzu reizen, wenn sie in süßen Worten Gefühle heuchelt, die ihrfremd sind.

Die eisten Cmvfi.ldungcn der Liebe, welche in der Brust desJünglings gegen die Jungfrau erwachen, sind selten wenndiese Brust nicht ein schon früh vergiftetes Herz beherbergtunrein. Sic mögen unzeitig, unklug, allen bürgerlichen Ver-hältnissen widersprechend und darum tadelnswcrth sein, wennsie nicht früh unterdrückt werden, sondern in eine alle Vernunftbetäubende Leidenschaft entarten; an sich selbst aber bleiben sieedel. Sie sind cs, wenn sie den Jüng'ing vor Ausschweifungenniedriger Art bewahren, und ihn zu Allem begeistern, was gutund groß ist.

Aber nur zu oft verwandelt sich unter dem Leichtsinn desjugendlichen Gemüthcs das erste Gefühl der Liebe in ein Ve-dürfniß der Eitelkeit, sich geliebt zu sehen, vhne^vahre Gegenliebe