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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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Kopf, ein Possenreißer zu sein, mehr gilt, als der Ruhm einesredlichen, thätigen, einsichtsvollen Mannes: der ist von derGefallsucht auf Irrwege geleitet, die am Ende zur allgemeinenVerachtung führen. Wer nur belustigen kann, hat geringenWerth, weil das Jedermann in seiner Art, ohne besondereMühe, kann. Ein solcher glänzt nur kurze Zeit; denn seine Ein-fälle werden sich erschöpfen, seine Launen wechseln; das Einerleikann ermüden. Und wäre dies Alles nicht, so mag endlich dieUnterhaltungsgabe uns flüchtig vergnügen, 'ber unsere Hoch-achtung, unsere Ehrfurcht erregt sie nie, und nur diese ist cs,welche die Würde des Mannes fordert. Die weibische Gefallsuchtist entweder die Frucht verfehlter Erziehung bei den Knaben,oder eine unglückliche Verirrung des Verstandes und des Herzens,veranlaßt durch den erwachten Geschlcchtstrieb.

Die häusliche Erziehung der jungen Leute gibt dem Strebewderselben in vielen Familien dadurch eine falsche Richtung, daßdie Eitelkeit der Aeltern immerdar nach Bewunderung ihrer"Söhne geizt. Man will, diese sollen Jedem gefallen, Jedendurch Liebenswürdigkeit bezaubern. Man ist frühzeitig daraufbedacht, sie in die kleinen Künste cinzuweihcn, durch welchesie sich in Gesellschaften angenehm machen können. Seltenerinnert man sie an ihr Gewissen, an Gottes herzerforschendenBlick; desto öfter daran: was werden die Leute sagen? Manübersieht ihnen lieber ein Vergehen, als eine Unhöflichkeit;lieber eine Lüge oder Bosheit, als einen Fehler gegen dieGesetze des äußern Anstandes; man kann sogar den schlechtestenZug ihres Herzens liebenswürdig finden, wenn damit nur eineArt Witz verbunden ist, den Andere zu belachen würdig finden,und kann die Dürftigkeit ihrer Kenntnisse und Geschicklichkeitenfreudig übersehen, wenn sie nur sich einzuschmeicheln und durchäußere Anmuth und Zierlichkeit die Augen auf sich zu ziehenverstehen. So wird der Jugend früh der Hang zur Eitelkeiteingeimpft, und das Unwichtigere zur Hauptsache, das Glänzenund Scheinen zum Wesentlichen ihres Strebens gemacht. Schwerwird es, in spätem Jahren einen Fehler, selbst wenn man dessenVerderblichkeit erkennt, wieder auszurotten, sobald er einmal