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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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der ersten Weisen. Aeußere Artigkeit, feines Wesen, Höflichkeitgilt ihnen über alle Kunst und Wissenschaft. Sie leben nur, umals Halbweiber den Weibern werth zu sein; der Beifall edlerMänner, oder deren Unwille, sind ihnen daneben sehr gleich-gültig. Sie sammeln aus Romanen, Schauspielen und fadenGedichten den Schatz ihrer Einsicht, um in Gesellschaften mitgeborgtem Witze zu glänzen; sprechen über Alles mit frecherSelbstgefälligkeit ab, und zweifeln keinen Augenblick an ihrereigenen Vortrefflichkeit, wenn sie die Aufmerksamkeit müßiger,verbildeter oder pflichtvergessener Weiber fesseln können. Werhat nicht von diesen Herz - und geistlosen Männergestalten schongesehen, die von Salben und wohlriechenden Wassern duften;lieber einen Flecken auf der Seele als auf dem Kleide tragen;den ganzen Aufwand ihrer Kraft für das Oberflächliche ver-schwenden; überall nur den Menschen nach seinem Aeußernbeurtheilen, und von innen ohne allen Werth sind?

Was Jesus, der göttliche Weise, von der Gleißnerci undGefallsucht der prahlerischen, das Volk blendenden Pharisäerseiner Zeit sagte, das gilt auch von den gefallsüchtigen Halb-männern unserer Tage: Wehe euch, ihr Heuchler, die ihr gleichseid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübschscheinen, aber inwendig sind sie voller Todtenbeine und allenUnflaths! (Matth. 23, 27.)

Allerdings ist ein anständiges Bemühen des Mannes, Andernzu gefallen, an sich keineswegs tadelhaft, sondern sogar Pflicht;doch nur ein Bemühen, das ihm anständig ist, das heißt,welches seiner eigenthümlichen Bestimmung entspricht. Das Weibsoll und kann nur durch Anmuth und Zartheit, der Mann nurdurch Würde und Kraft gefallen. Sucht er als Mann mit denEigenheiten und Künsten des Weibes zu glänzen, so tritt er ausdem ihm von der Natur angewiesenen Kreise, wie das Weib,wenn es durch Würde und männliche Kraft liebenswürdig zuwerden hofft.

Allerdings ist es Pflicht des Mannes, auch auf sein Aeußeresgebührende Sorgfalt zu wenden, daß er mit demselben theilsnicht zurückschrecke, theils nicht dem großen Haufen, welcher