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15.
Männliche Gefallsu ch t.
Matth. 23 , 27 .
Stets will ich'S, Vater, mir erneuen,
Zu welchem Ziele Du mich rufst;
Daß Du mich nichr für TändeleienSo herrlich und unsterblich schufst,
Daß für der Eitelkeiten ScherzGeweiht nicht ward des Menschen Herz.
Ich will mit zärtlichen Gefühlen,
Nicht mit der Herzen reinstem GlückAus bloßer Eigenliebe spielen.
Das Leben ist ein Augenblick,
Zu kurz für ein fruchtloses Spiel,
Zu groß, zu fern das wahre Ziel.
Mein Leib trägt nicht die Menschenwürde,
Der Geist nur führet ste allein;
Soll ich mich nur der äußern Zierde,
Nur der entlehnten Füttern frcu'n?
Sind ste nicht der Verwesung Raub? —
Nein, Geist ist Geist und Staub ist Staub!
^venn die Ausartung des natürlichen Verschönerungstriebeäbeim weiblichen Geschlcchte schon tadelnswürdig ist, und stattWohlgefallen nur Unwillen erweckt, um wie viel mehr mustdies beim männlichen Geschlcchte der Fall sein, wo jener Trieban sich schon schwächer ist, und wo das, was Gefallen erregensoll, mehr auf inncrn Verdiensten, als auf bloßer äußcrljchcrZierlichkett beruht! — Es ist Verkehrung der Natur, und empörteben so sehr, einen verzärtelten, weibischen, auf Schmuck undPutz denkenden, darein seinen ganzen Werth setzenden, gefall-süchtigen Mann zu sehen, als ein rauhes, gewaltthätigcs,männisches Weib zu erblicken.
Bei allen Nationen, in welchen noch Kraft, Ehrgefühlund Ernst'der Sitten herrscht, gilt das Wort Mann alsSinnzeichen der Stärke, der Furchtlosigkeit undedeln Festigkeit. Er steht da, mit seiner Hände Fleiß,durch seines Geistes Thätigkeit dem Staate nützlich und rühm-lich zu sein; zu sorgen für Ernährung und Sicherheit seiner