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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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seinen Wirkungskreis auf das häusliche Leben, auf die Pflege vonAeltcrn und Gatten, auf die Erziehung der Jugend beschränkt.Es veredelt hier das Leben, indem cs dasselbe verschönert, undvollstrcckt, durch Erfüllung des ihm von der Natur angewiesenenBerufes', die ehrwürdigsten seiner Pflichten.

Die Ordnung und Reinlichkeit im Hauswesen, der Putz derZimmer und Wohnungen, die Zierlichkeit des Geruches, dieSauberkeit und Anmuch der Speisen, das Anständige undGefällige im Umgang, wirkt mit unwiderstehlicher, wenn gleichsanfter Macht auf das Gemüth. Wem wäre cs unbekannt, wiesehr unsere Stimmung, unsere Denkart oft von den äußernUmgebungen geleitet wird? Und wenn wir den Einfluß der-selben nicht läugnen können, so werden wir auch der zarten,Alles verschönernden Vorsorge derer das Lob nicht versagen,welche sogar in scheinbaren Kleinigkeiten Schöpferinnen oderVermehrerinnen unsers Wohlseins sind.

Immerdar steht die Religion mit der göttlichen Gesetzgebungin der Natur im vollendetsten Einklang. Die Religion verbietetnicht das Gefallen am Schönen, was die Natur allen Sterb-lichen so innig gebot. Sie untersagt nicht die Freude daran,sondern nur den übermäßigen Werth, welchen die Leidenschaftund ein verirrter Verstand darauf setzt, daß höhere Lebens-pflichten darüber versäumt werden. Sie untersagt nicht deinWeibe das natürliche Bestreben zu gefallen durch äußere Anmuth,nicht die Erhöhung derselben durch Zierlichkeit der Gewänderund Lieblichkeit des Schmucks, sondern nur alle Unmäßigkeitund Ucbertreibung in diesem an sich unschuldigen Streben,welches aus der natürlichen Neigung für das Schöne entspringt.

Selbst Paulus, der Apostel, welcher unter den erstenChristen so oft und so ernst jene strengen Sitten empfahl, ohnewelche keine Hoheit des Gcmüthes besteht, eiferte nicht gegeneine mit Sorgfalt und Geschmack gewählte weibliche Kleidung,sondern nur gegen das Zuchtlose in derselben, gegen Verschwen-dung und Aufwand, durch welchen zahllosen Hilfsbedürftigenein Theil der ihnen schuldigen Hilfe entzogen und Eitelkeitbefördert wird.