Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

IIS

hasten Neigungen, welche noch in mir aufsteigen, und michverleiten, auch an unedeln Scherzen Vergnügen zu finden. Ichmöchte nicht die Liebe und Zufriedenheit guter Menschen, nichtdie Ruhe meines Bewußtseins, nicht Deine Gnade, meinVater, mein Gott, mein Richter, verscherzen! Erwacht derNeid in mir, oder die Gefallsuchk, oder jede andere böse Lust:ich will mich überwinden, will schweigen, will lieber die Ge-sellschaft fliehen, als sie durch Spötterei über den Nächsten er-götzen. Amen. ._

12 .

Die Weihe iedes Lebensalters.

Pred. Sal. 1, 3. 4.

Welche Klage! >

Räthselvoll sind deine Tage?

Sterblicher, sie sind es nicht.

Forsche, frage

Die Natur, sie gibt dir Licht.

ES erwacht das junge JahrIn der Llebe Brautgesängc:

Segnend in des Sommers GluthenIn Gewittern rings die Welt;

Und von seinen Thaten müde.

Lacht ihm FriedeIn der Mitte seiner Acrntcn;

Und in hcil'ger WinterstilleBlickt es, sich bereitend,

Einem neuen Lenz entgegen.

26as hat der Mensch von aller seiner Mühe, die er hat unterder Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; dieErde aber bleibt ewiglich. (Pred. Sal. 1, 3. 4.) So klagteSalomo, da er einen Blick auf das Vergängliche aller Dingedes Lebens warf. Ihn aber tröstete die göttliche Weisheit.

Es leben Viele, die da klagen wie er, und ihr Daseinnicht begreifen. Doch die Weisheit tröstet sie nicht, weil siederselben fremd bleiben. Ich war jung, sprechen sie, und brachim Garten meiner Kindheit mehr Dornen, als Rosen; und daich älter ward, bin ich die Beute verzehrender Leidenschaften