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sie aus Unverstand nachahmen, um auch in der Welt für etwaszu gelten.
Es läßt sich beinahe behaupten, daß man unter gewissenEinschränkungen den Werth und die Gemüthsart eines Menschen,so wie seinen Geschmack und Verstand, mit ziemlicher Sicherheitaus der Art und Weise seines Scherzes entdecken könne. Hierspricht sich der eingebildete Selbstsüchtige, hier der Wollüstling,hier der bittere Gallsüchtige, hier der Schadenfrohe, hier derGlaubenlose, hier der Geck, hier der Mensch ohne Gewissenam unbesonnensten aus. Denn Eitelkeit ist so gut, wie jedeandere Leidenschaft, einem Rausche gleich, welcher offenherzigmacht. Und zehnmal für einmal wird man rvahrnehmen, daßbewunderungsbcgicrige Eitelkeit eben fo oft und weit mehr nochMutter witziger Einfälle und Scherze ist, als die Begierde,seinen Nächsten ein bloßes Vergnügen zu verursachen. — Wieaber kann aus unlautern Quellen das Reine hervorströmcn, undein edler Scherz aus unedelm Gcmüth?
Und kann ich es, allwissender Gott, der du das Verbor-genste meiner Gedanken, das Dunkelste meiner Gefühle kennest,kann ich es Dir verhehlen, daß auch meine Scherze nicht immerErgüsse einer reinen Freude waren, welche nur Freude verbreitensollten? Kann ich es vor Dir läugncn, daß auch mich zuweilen— ach vielleicht nur allzuoft! — eine schadenfrohe Tücke, eineelende Eitelkeit berauschte, um mir einen unedeln Scherz zu er-lauben ?
O wie oft habe auch ich wohl gefehlt, und mitten in derFreude mich ihrer unwürdig gemacht! Der Unterschied zwischendem groben Verleumder und dem scherzenden, boshaften Witz-ling ist so groß nicht, als er zu sein scheint, oder man ihn gernmachen möchte. Jener lästert mit trockenen: Ernste, dieser mitlachendem Munde; beide schaden Andern gleich sehr, und amEnde sich selber das Meiste, indem sie die Zuneigung guterMenschen von sich zurückweisen, und Deinen Beifall, o lieb-reicher Vater aller Menschen, verlieren.
Laß mich wachsamer werden über mich selbst; nicht bloßüber meine Worte und Reden, sondern über diejenigen tadel-