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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Am unerlaubtesten und sträflichsten aber istjeder Scherz, welcher gewissenlos und leichtsinnigmit ehrwürdigen und heiligen Dingen getriebenwird. Wer dessen spotten kann, was allen guten Menschen,was ganzen Völkern theuer ist, erklärt und beurkundet mit demverbrecherischen Spaß seine eigene Verworfenheit. Und dieseVerworfenheit, diese Ruchlosigkeit der Sitte und Denkart istin unfern Tagen leider so selten nicht. Wir finden sie meistensunter rohen, unwissenden, pöbelhaften Menschen, deren Begriffeund Gefühle für das Heilige zu stumpf sind; oder bei solchen -Menschen, deren Verstand, Geschmack und Herz in der so-genannten aufgeklärten feinen Welt durch Verbindung zu Grundegerichtet worden sind.

Wie sich gewöhnlich in der Natur und im Leben die Außen-enden der Dinge, das Zuviel und das Zuwenig, berühren, soauch hier. Das schamloseste Sittcnverderben herrscht nur beimrohesten Pöbel, und bei denen, die in der Verfeinerung amweitesten gekommen sein wollen. Beide können mit der Religionihren Spott treiben, weil beide darin gleich unwissend sind;beide können über Unschuld, Keuschheit, Schamhaftigkeit, Ehr-lichkeit scherzen, an schlüpfrigen Zweideutigkeiten Vergnügenfinden, weil beide gleich tief in ihrer Thierhrit versunken, nndohne Erhebung des Geistes, nur Knechte ihrer sinnlichen Gelüstesind; beide können das Elend ihrer Mitmenschen zum Stoff ihresgrausamen Scherzes wählen, weil sic beide gleich herzlos sind,und in der allerniedrigsten Selbstsucht jedes reinmcnschlicheGefühl erstickt haben.

Es fehlt freilich nicht an Thoren, die, ohne noch ganz ver-dorben zu sein, aus bloßer Eitelkeit den frechen Scherz Anderernachäffen und ihn mitmachen, um für geistreich, über Vorurthcileerhaben, und Leuten von vermeinter feiner Bildung ähnlich ge-halten zu werden. Aber ihre Schuld ist nicht geringer und ihreVerachtungswürdigkcit nicht kleiner. Denn sie sind vollenErnstes, und gegen ihre bessern Überzeugungen, auf dem Wege,so Herz- und seelenlos zu werden, als es die schon sind, denen