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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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ganzes Leben in ein Dasein voller Anbetung, Reue und Bußeverwandeln; ich weiß, daß es Menschen gibt, welche sich ein-bilden, Gott am gefälligsten zu sein, wenn sie in dumpfenZellen durch Kasteiungen und Vcrzichtleistung auf allen frohcrnLebensgenuß ihre Tage zu einer Kette von Schmerzen machen;allein ich weiß auch, daß dies Alles nur die Frucht eines grau-samen Mißverständnisses, einer kranken Einbildungskraft, einerirreleitenden oder irregeleiteten Schwermuth ist. Nicht daß ichdiese Unglücklichen tadeln möchte; ihr Wille ist fromm unddarum löblich, ihr Ziel heilig, aber ihr Mittel übel gewähltund verderblich. Aber ich weiß auch, daß Gott sowohl durchden Mund der Natur, als durch sein Wort die Sterblichenermuntert, mit den Fröhlichen fröhlich zu stin.

Daneben aber ist zugleich nicht zu läugnen, daß der Scherzan sich selbst schon ein zartes, gefährliches Wesen sei, wo manbald, zumal wenn in Fröhlichkeit und guter Laune das Herzreger schlägt, zu weit gehen, und sich in Ausgelassenheit ver-irren kann.

Der Scherz ist ein Streben, vermittelst belustigender EinfälleFröhlichkeit und Lächeln zu erregen. Das Belustigende aber,oder was zum Lachen reizt, ist gewöhnlich das sich selbst Wider-sprechende in den Vorstellungen und Absichten der Menschenmit dem, was sie beginnen; es ist folglich die Wahrnehmungunserseits von einem Mangel richtigen Urtheils bei Andern, oderdaß wir dem Andern solchen Mangel des Urtheils, solchen un-wissentlichen Selbstbetrug zutrauen. Daher finden viele MenschenVergnügen daran, Andere zu täuschen, um an ihrem Jrrthumund Zwiespalt zwischen Gedanken und That das Lächerliche wahr-zunehmen. Darauf haben mehr oder weniger fast alle unschuldige-Neckereien, alle zur Belustigung Anderer vorgenommene Ver-kleidungen, alle Nachahmungen fremder Sonderbarkeiten Bezug.Und daher wird manches, das in der Natur selbst nicht lächerlichist, weil es Folge von Erziehung, Gewohnheit, körperlichemZustande und andern Ursachen ist, erst in der NachahmungLachen erregend, weil es zu den übrigen Eigenschaften desNachahmers allzuabstechend und widersprechend dasteht.