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begierigen Gefallsucht zugleich Neid, Schadenfreude, Bosheit,Rache, Unehrerbietung vor dem, was heilig sein sollte, ausihren Einfällen und Scherzen; und ihr eigener Witz dient dazu,die ganze Häßlichkeit ihres inncrn Zustandes an den Tag zubringen.
Ein von unreinen Gefühlen und Gesinnungen beherrschterMensch kann auch im Scherz nur das Unreine wieder geben,und wird auch im Tändeln nur giftige Pfeile auswerfcn. Manwird seinen Witz vielleicht belachen, auch wohl bewundern, ihnselbst aber fürchten und heimlich verachten. Ein edler Menschwird auch im Scherzen edel bleiben; und indem er diejenigen,welche mit ihm sind, zu erheitern strebt, theilt er ihnen nurdie Freudigkeit seines Gemüthes mit, ohne sich deswegen seinerWürde zu entäußern. So erscheint der Christ im gesellschaft-lichen Umgänge, und bewährt auch hier, daß nur die Tugendwahrhaft liebenswürdig machen könne.
Man soll nicht glauben, daß man beim Scherzen in fröhlichenUnterhaltungen nicht die Worte allzugenau wägen müsse. Esgibt durchaus in der Welt kein Verhältniß, durch welches das,was unrecht ist, gerecht werden kann; auch der Scherz machtdas Schlechteste nicht gut. Auch da gilt nur: weß das Herzvoll ist, davon geht der Mund über; und die Jünger Jesuhielten ernst bei ihren christlichen Freunden auf Beobachtungdes Wohlanständigen und Rcinsittlichen im geselligen Umgang,ohne deswegen ihnen die Theilnahme an fröhlichen Unter-haltungen zu verbieten. So warnte Paulus, der Apostel, dieEpheser vor jeder Ausgelassenheit: „Auch lasset," schrieb erihnen, „nicht von euch gesagt werden schandbareWorte und Narrentheidinge oder Scherze, welcheeuch nicht geziemen." (Eph. 5, 4.)
Der Scherz und die Lustigkeit im geselligen Leben sind ebenso wenig eine Sünde, als es die Heiterkeit des Gemüthes ist,aus welcher sie entspringen. Ich weiß zwar wohl, daß esstrenge oder finstere Sittenrichter geben mag, welche auch diekleinsten Neckereien verdammen und den unschuldigen Scherzfür sträflich halten wollen; welche verlangen, man solle sein