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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
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Reinlichkeit ist und Fleiß und heiteres Wesen.Lieblich und schöwsein,- ruft endlich des Alterthums weiser König,ist nichts; aber«in Weib, das den Herrn fürchtet, soll man loben! - Religiositätalso sei aller weiblichen Vollkommenheiten Krone.

Noch heute sind dieses die höchsten Anforderungen, wie andas Weib des Landmannes, so an das Weib des Fürsten; nurdaß jedes die leicht erwerblichen Kenntnisse zu seinem Gewerbeund Stande bringe. Leicht erwerblich sind sie, denn auch dieTöchter der Großen sah man in Niedrigkeit mit Würde durchihrer Hände Fleiß leben, die Töchter niedriger Herkunft mitAde! vor königlichen Thronen stehen.

Das Weib ist in seiner Natur und Vollendung das edle GegervLild des Mannes. Er, geschaffen zum Wirken und Handelndraußen im Weltgewühl; sie, unterm Dach der Heimath dirstille Welt des häuslichen Lebens zu bilden. Er, furchtlos^trotzig, in den Gefahren kühn, daß er das Widerspenstigeordne, durch Stärke herrsche; sie herrscht durch Anmuth undMilde. Er, Alles durchspähend, ermessend, zu allerlei Gewerbund Verhältniß tüchtig, wird fast ganz zum Geschöpf derKunst; sie, eine Priesterin der natürlichsten Pflichten undZwecke, bewahrt mit der Natürlichkeit zugleich in derselbenihren reinsten Werth.

So wie die Außenwelt der Innenwelt, die Kunst derNatur, die Stärke der Anmuth gegenübersteht: so steht derMann dem Weibe gegenüber im Irdischen. Im Uebcrirdischenaber sind die Bestimmungen beider Geister eins; Religion istder ewige Lebenskranz beider. Und so erkennen wir mit demWesen des weiblichen Berufs den streng bezeichneten Umfangweiblicher Bildung.

Anmuth ist köstlicher denn Schönheit. Die Schönheitirdischer Natur verblüht nach wenigen Jahren; die Anmuthist der Reiz der Seele, und schmückt noch das Greisenalter. Esgibt wohl blühende Gestalten, regelmäßige Gesichtszüge; aberwas den Sinnen gefällt, entzückt nicht immer das Gcmüth. ESist ein gemeiner Fall, daß schönen Weibern jener Zauber derAnmuth fehlt, welcher durch Milde, zartsinnige Achtsamkeit