verwundend würde: nein, unser Herz selber legt das Uebel erstin die Welt hinein.
Nur mein unsterblicher, reiner Geist ist reiner, unsterblicherFreuden fähig. Nach diesen soll mein höchstes Trachten sein.Ich gewinne sie durch Mäßigkeit, Gerechtigkeit, Zufriedenheitund Menschenliebe. Aber sinnliche Freuden — verschmähen willich sie nicht — haben das Vergängliche alles Sinnlichen. WerAlles genießt, was irdische Lust gewähren kann, bleibt zuletztnoch ungesättigt. Uebermäßiger Lebensgenuß endet immer mitLebensüberdruß, weil man hintennach findet, daß das Alles nichtder Mühe des Lebens werth gewesen.
Darum, mein gütiger Vater im Himmel, will ich vor Allemnach den reinen und stillen und dauerhaften Freuden streben,die ein tugendhafter Wandel gewährt, der vor Dir gilt; und mitweiser Mäßigung will ich die Freuden im Umgang der Menschengenießen. Beherrschen sollen sie mein Dir geweihtes Herz nie.Amen.